Triers Korbjäger sagen Tschüss

Triers Korbjäger sagen Tschüss

In gelöster Atmosphäre und bei guter Stimmung haben sich Spieler, Trainer und Verantwortliche des Trierer Basketball-Bundesligisten von ihrem Publikum verabschiedet. Ab morgen beginnt die Mannschaft dann, sich in alle Winde zu zerstreuen. Wie die Fans und auch die Führung hoffen, ist es nur ein Abschied auf Zeit.

Trier. Die Trainer und vier Spieler werden der Fangemeinde erhalten bleiben. Headcoach Henrik Rödl und sein "Co" Thomas Päch als Macher, Kapitän Dragan Dojcin, der "MIP" (am stärksten verbesserte Spieler) Philipp Zwiener und die Jungstars Maik Zirbes und Oskar Faßler sind noch vertraglich gebunden. Was sich nach Zwang anhört, ist das Gegenteil.
Rödl wurde während der Saison nie müde zu wiederholen und ist es auch bei der Abschiedsparty nicht, "wie viel Spaß es macht, mit diesen Jungs zu arbeiten." Er nennt es sogar "reine Freude", wohl wissend, dass die Kaderplanung für die kommende Saison das Gegenteil werden könnte. Denn Rödl weiß, wie schwer es wird, das Team zusammenzuhalten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ralph Moog nennt es den "Fluch der guten Tat." Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Und Trier war zweifellos die positive Überraschung schlechthin in dieser Saison. Dafür stehen die Berufung von Zwiener zum ersten EM-Sichtungslehrgang des Nationalteams und die von Zirbes und Faßler zur A-2-Nationalmannschaft exemplarisch. "Vier von fünf Startern haben wir", sagt Moog, "jetzt läuft ein zweimonatiges Moratorium an." In dieser Zeit muss die finanzielle Grundlage geschaffen werden. Es gilt, so viele der Leistungs- und Sympathieträger zu halten wie nur möglich. "Am liebsten alle", sagen Rödl und Moog unisono.
Was den Willen angeht, liegen beide Seiten ganz nah beeinander. "Es war eine richtig tolle Saison mit Jungs, von denen ich die meisten nicht gekannt habe. Und dann haben wir alle für- und miteinander gespielt und deshalb waren wir so gut", sagt Dru Joyce, der Kopf des Teams, und fügt an: "Ich würde gerne bleiben." Das gilt auch für John Bynum, der dennoch auf deutsch "keine Ahnung" sagt, wenn man ihn fragt, ob er in Trier bleibt. Oder Oliver Clay, der gemerkt hat, "wie groß der Unterschied zwischen Regional- und Bundesliga ist", aber jedes Training und jedes Spiel genossen hat, "weil ich gemerkt, habe, dass ich jeden Tag ein Stückchen besser werde."
Das was die Mannschaft ihren Fans in der gesamten Saison auf dem Parkett geboten hat, das zeigt sie auch beim Treffen mit ihnen. Es sind Profis zum Anfassen, die die Nähe zu ihren Anhängern nicht nur dulden, sondern sogar suchen. Sie nehmen sich Zeit für jeden Einzelnen, geben Autogramme, Interviews, lassen sich ablichten und sind für jeden Spaß zu halben. Nicht nur die Lehrgangsteilnehmer, auch alle anderen werden jeden Tag trainieren, so lange sie in Trier sind. "Gespräche hat es schon mit allen gegeben", sagt Moog, "wir haben offen über unsere Vorstellungen gesprochen. Jetzt müssen wir die finanziellen Hausaufgaben machen." Das Team wird teurer werden. Und alle werden sicherlich nicht wiederkommen. Die Vorgabe kann nur lauten, so viele wie möglich zu halten. Und selbst das wird schwer genug. wir

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