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Viel gekämpft, nichts gewonnen

Viel gekämpft, nichts gewonnen

Die TBB Trier hat ihr Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn am Samstagabend mit 74:80 (39:38) verloren und gerät damit immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Durch den Sieg der Eisbären Bremerhaven sind es nun nur noch zwei Punkte zum direkten Abstiegsplatz.

Trier. Sie kämpfen. Sie spielen stark und führen lange. Doch am Ende stehen sie wieder mit leeren Händen da - so lautet das Fazit für das Heimspiel der TBB Trier am Samstagabend gegen die Telekom Baskets Bonn. Es ist Ernüchterung, die sich nach dem Abpfiff in den Gesichtern von Laurynas Samenas, Mathis Mönninghoff und Vitah Chikoko breitmacht. Auch TBB-Coach Henrik Rödl zeigt sich ratlos: "Es ist bitter, ein solches Spiel zu verlieren, in das man so viel investiert hat." Trier investiert tatsächlich enorm viel. Zeigt von Beginn an eine starke Leistung gegen das Topteam vom Rhein. Nichts ist mehr zu erkennen von den teilweise desolaten Auftritten der Vorwochen. Die Mannschaft agiert konzentriert in der Offensive und aggressiv in der Verteidigung. Und das, obwohl mit Ricky Harris und Tony Canty zwei wichtige Akteure verletzungsbedingt ausfallen. Im Aufbauspiel lastet somit besonders viel Verantwortung auf den Schultern des Kanadiers Jermaine Anderson. Er macht seine Sache gut. Lenkt das Spiel, punktet und spielt kluge Pässe. Auch sein Landsmann Jermaine Bucknor und Center Vitah Chikoko sorgen dafür, dass die Trierer im zweiten Viertel zeitweise mit elf Punkten vorne liegen (33:22) - und das gegen den aktuellen Tabellenvierten. Zwar kämpfen sich die Bonner bis zur Halbzeit durch einen 11:0-Lauf wieder heran, dennoch gehen die Moselstädter mit einer knappen Führung in die Pause (39:38).Echte Derbystimmung

Auch im zweiten Durchgang bleibt Trier im Spiel. Die knapp 4600 Zuschauer in der Arena Trier sehen ein abwechslungsreiches Duell der alten Rivalen von Mosel und Rhein. Es ist Laurynas Samenas, der den Vorsprung seiner TBB durch einen verwandelten Dreier auf vier Punkte ausbaut (46:42). Überhaupt sind es der Litauer (9 Punkte) und der Kanadier Bucknor (19), die ihr Team mit wichtigen Treffern von außen immer wieder in Führung bringen. Es entwickelt sich ein packendes Spiel mit andauernden Führungswechseln. Die Fans honorieren die Teamleistung ihrer Jungs mit großem Jubel. Für echte Derbystimmung sorgen zudem die rund 300 Bonner Fans. Spätestens als Triers Bucknor kurz vor Ende des dritten Viertels zwei Dreier im Bonner Korb versenkt (62:58) steht die Halle Kopf. Ins letzte Viertel gehen die Grün-Weißen mit einer 62:60-Führung. Der Heimsieg scheint greifbar nahe - doch es kommt anders. Nach einer Auszeit von Gäste-Coach Mathias Fischer dreht Bonn auf. Gleicht zunächst aus (74:74) und zieht im Anschluss auf vier Punkte davon (74:78). Trier gelingt nichts mehr. Von außen fällt nichts mehr rein, und in der Defensive geht die Intensität verloren. So gewinnt Bonn am Ende glücklich mit 80:74 an der Mosel. Trier gerät damit immer tiefer in den Abstiegsstrudel - zwei Punkte sind es noch bis zum Abstiegsplatz. Nächste Woche geht es zum deutschen Meister Bayern München. "Ich muss meine Mannschaft loben, die letzten Wochen waren nicht einfach und die nächsten werden nicht einfach", sagt Rödl. Doch er betont: "Auf dieser Leistung kann man aufbauen." Punkte TBB: Anderson 6, Chikoko 9, Mönninghoff 8, Vrabac 6, Bucknor 19, Samenas 9, Lukovic 11, Schmidt 6 - Beste Werfer Bonn: Caloiaro 18, McConnell 17, Mädrich 12 - Viertelstände: 19:15/39:38/62:60/74:80 - ZS: 4530