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Viel zu heiß für den Eisbären

Viel zu heiß für den Eisbären

Das Team der Stunde: Die Basketball-Bundesliga staunt über die TBB Trier. Für die Eisbären Bremerhaven war die TBB am Samstag beim 72:55 (38:31) über die ganze Spielzeit nicht zu packen. Das nächste Heimspiel gegen Alba Berlin wird damit für die TBB zum echten Spitzenspiel.

Trier. Henrik Rödl ist kein Mann für die lauten Töne und für XXL-Versprechungen. So war dem TBB-Cheftrainer im Spätsommer die Vorfreude auf die Arbeit mit dem neuen Kader anzusehen. Er war sich sicher, dass er eine richtig gute Gruppe zusammen hat. Aber vollmundige Ankündigungen gab es nicht. Warum auch? Für viele Experten gilt die TBB traditionell als Abstiegskandidat. Die Fernsehteams machen einen weiten Bogen um die Arena. Was sein Team von derlei Prognosen hält, davon konnten sich die 3500 Zuschauer beim 72:55 gegen Bremerhaven überzeugen. Ein Spiel, in dem nicht einmal die Führung wechselte - und Bremerhaven nur kurz vor der Halbzeitpause dank einiger strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen bis auf sieben Punkte herankam. Am Ende war es deutlich. "Henrik Rödl, Henrik Rödl" - die Fans feierten nach dem Spiel den Trainer. Es wäre auch nicht so einfach gewesen, einen Spieler aus dem starken Kollektiv herauszugreifen. Brian Harper war bester Punktesammler und Rebounder, zudem dunkt keiner schöner als der 2,06-Meter-Mann mit den Krakenarmen. Jermaine Bucknor bleibt Triers effektivster "Kurzarbeiter" (zehn Punkte in 15 Minuten). Und gegen das TBB-Defensivmonster Nate Linhart zu spielen, muss für seinen jeweiligen Gegner die Höchststrafe sein.Die TBB war schon in den vergangenen Jahren keine Ansammlung von Ich-AGs, aber in diesem Jahr ist der Kader noch ausgeglichener. Rödl wechselt durch, setzt konsequent auf eine Zehner-Rotation - weil er es kann. Kurz vor Schluss feierte auch Jone Pedro Lopes seine Bundesliga-Premiere. Das Spiel war da schon entschieden (70:51). Denn auch wenn die "zweite Fünf" auf dem Parkett steht, muss den TBB-Anhängern nicht bange werden. Für Rödl ist die tiefe Bank der Schlüssel, warum es so gut läuft, und die TBB sich nach dem Spiel und dem besten Start seit 13 Jahren am Samstagabend auf dem zweiten Tabellenplatz wiederfand: "Wir sind sehr ausgeglichen besetzt." So gab es für seinen Kollegen Doug Spradley auch nichts am "verdienten Trierer Sieg" zu rütteln. "Wir waren nicht da", kommentierte der Eisbären-Coach nach dem Spiel. Die TBB habe deutlich mehr Herz und Leidenschaft gezeigt. Für den früheren Trierer Philip Zwiener war die Rückkehr zumindest auf dem Feld ernüchternd (fünf Punkte). Er hatte wie seine Teamkollegen einige Mühe mit der Trierer Verteidigung. Schon gleich nach dem Sieg ging für die TBB der Blick nach vorn: Der nächste Heimspielgegner am Samstag ist Alba Berlin (20 Uhr) - das ist immer so etwas wie das Spiel des Jahres. Nach dem überraschend guten Saisonstart umso mehr. Zumal Alba Berlin nach der zweiten Niederlage im vierten Spiel unter Druck steht - während die TBB-Spieler mal wieder für die Fans tanzen durften: Selbst beim "Apache"-Tanz passt inzwischen alles zusammen. TBB Trier: Linhart 13, Saibou 2, Doreth 5, Howell 5, Seiferth 8, Mönninghoff 7, Harper 18, Stewart 2, Chikoko 2, Lopes 0, Bucknor 10 Bremerhaven (beste Schützen): Harris 14, Morrison 11 Viertelstände: 17:13, 38:31 (Halbzeit), 52:45, 72:55 Zuschauer: 3484