Vom Keller ins Reich der Mitte

Ein 16-köpfiger Tross des Basketball-Bundesligisten TBB Trier wird am Mittwoch zu einem Fünf-Tage-Trip nach China aufbrechen. Dort stehen zwei Spiele gegen ein Team an, das auch alle TBB-Kosten übernehmen soll.

Trier. (AF) Was hat das zentralchinesische Chengdu europäischen Metropolen wie Moskau, London oder Paris voraus? Die Hauptstadt der Provinz Sichuan hat - genau, mehr Einwohner. Laut Wikipedia sind es rund 10,44 Millionen. Damit ist die Stadt gut hundertmal größer als Trier. Das wiederum kennt man im Reich der Mitte bisher in erster Linie als Geburtsort von Karl Marx.

Einen kleinen Bekanntheitsgrad zumindest in Sichuan will auch die TBB erlangen. Am Mittwoch - zwei Tage nach dem Heimspiel an Ostermontag gegen Ulm (17 Uhr) - geht es für die Trie rer Basketballer nach China. Für fünf Tage und zwei Spiele - am Samstag und Sonntag - gegen den chinesischen Profi-Club Beijing Olympians. Der Club hat die im Abstiegskampf befindlichen Trierer eingeladen. "Uns entstehen überhaupt keine Kosten", sagt Manager Lothar Hermeling, der die Fernreise übers spielfreie Wochenende nach Ostern als "Form des Teambuildings" sieht. Vorbild für den Trip ist TBB-Liga-Konkurrent Ulm, der im Januar ebenfalls auf Einladung der Olympians in China spielte. Damit geht es für Neu-Trainer Aaron McCarthy schneller als gedacht zurück nach Ostasien: "Einige Tage von morgens bis abends zusammensein - das kann uns in unserer schwierigen Situation helfen", sagt McCarthy, der in China einen Erstligisten in der Region Fujian trainiert hatte. Das TBB-Spiel am Samstag soll auch auch auf einem chinesischen Satelliten-Sender live übertragen werden. Dass sich die Reisestrapazen auch negativ im Abstiegskampf auswirken könnten, schließt Hermeling aus. Das nächste Trierer Ligaspiel nach der Rückkehr am 12. April steht am 18. April bei den Telekom Baskets Bonn an.