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Warum Seiferth kaum zu halten ist

Warum Seiferth kaum zu halten ist

Henrik Rödl, Trainer der TBB Trier, spricht im TV über die abgelaufene "Seuchen"-Saison, die Kaderplanung, die Auswirkungen der noch fehlenden Lizenz und seine neue Zusatzrolle als A2-Nationaltrainer.

Trier. Nach der Saison ist vor der Saison. Henrik Rödl hat einen arbeitsreichen Sommer vor sich.
Der TBB-Cheftrainer …
…über eine schwierige Saison:
"Es war eine verflixte Saison, das war Wahnsinn. Diesmal kam alles zusammen. Wenn wir eine Woche gut drauf waren, kam gleich die nächste Verletzung hinzu. Das war sehr frustrierend, weil wir großes Potenzial hatten. Auch für die Zuschauer war es eine schwere Saison, weil wir durch die vielen Ausfälle von Woche zu Woche große Leistungsunterschiede im Team hatten."
…über die Ungewissheit: Die TBB hat als einziger sportlich qualifizierter Erstligist noch nicht die Lizenz in der Tasche. Bis Mitte Juni ist laut TBB und BBL noch eine "machbare", aber nicht näher definierte Bedingung zu erfüllen.
"Ich höre immer mal nach, wie es aussieht. Mit diesem Hintergrund habe ich volles Vertrauen, dass wir die Lizenz bekommen werden. Es ist klar, dass wir keine Unterschrift von einem neuen Spieler bekommen, so lange die Lizenz nicht da ist. Aber es ist noch früh und unsere Rekrutierungsphase überschaubar."
…über die Aussichten, Nationalmannschafts-Center Andreas Seiferth in Trier halten zu können (Anm.: Er wird mit Ulm in Verbindung gebracht).
"Das wird sehr schwierig. Andi Seiferth war aus meiner Sicht der konstanteste deutsche Center der Liga. Damit ist er hochinteressant für Mannschaften, mit denen wir finanziell nicht mithalten können. Er ist gut genug, Euroleague zu spielen." Rödl bestätigt, dass Seiferth eine Ausstiegsklausel im Vertrag habe ("Das lassen sich die Agenten eigentlich immer in die Verträge schreiben. Keiner will sich mehr festlegen.")
…über die personelle Situation:
Es werde längst keinen so großen Umbruch geben wie im vergangenen Jahr, als sieben Neuzugänge kamen. Sicher bleiben werden Tony Canty - er fiel fast die komplette Saison aus, ist inzwischen aber wieder fit. Dazu Mathis Mönninghoff, Andreas Wenzl, Vitah Chikoko, Laurynas Samenas und Stefan Schmidt. Zu potenziellen Neuzugängen und möglichen Vertragsverlängerungen äußert sich Rödl nicht. Gut möglich scheint aber, dass Publikumsliebling Jermaine Bucknor der TBB erhalten bleibt. Den Club verlassen wird Marin Petric.
…zur Verletzung von Vitah Chikoko - angekündigt war vor einiger Zeit, dass er sich im Sommer einer Knie-OP wegen eines Knorpelschadens unterziehen müsse:
Wir haben mit den Ärzten eine Möglichkeit gefunden, ihn ohne Operation zu behandeln. Derzeit ist er noch in seiner Heimat Simbabwe. Drei Wochen lang sollte er das Knie ruhig halten. Wir hoffen, dass er nächstes Jahr schmerzfrei sein wird.
…über die Zukunftsaussichten:
"Wir versuchen, uns in allen Bereichen zu verbessern. So haben wir mit Frank Baum zum ersten Mal einen sportlichen Leiter, das ist eine Schlüsselstelle. Das Budget ist ebenfalls angestiegen, seit ich in Trier angefangen habe. Die Liga legt aber unheimlich zu. Daher muss es weiterhin Luft nach oben geben, um konkurrenzfähig zu bleiben und sich entwickeln zu können."
…über sein Engagement als A2-Nationaltrainer und die Spekulation, dass er auch die A-Nationalmannschaft übernehmen könne:
Im Juni und Juli stehen unter anderem A2-Reisen nach Rumänien und China (12 Tage) an. Rödl: "Das ist eine schöne Sache für mich. In diesem Jahr steht keine Meisterschaft an. Daher wird es eher ein Vorbereiten auf das Jahr darauf mit der Universiade. Es geht vor allem darum, dass die Spieler fit bleiben, Spielpraxis bekommen und sich präsentieren können. Wir werden intensiv arbeiten." Ob auch mögliche Kandidaten für die TBB dabei sind? "Das ist sicher auch eine Zielgruppe für uns, die meisten Spieler haben aber Vereine. Und es ist nicht so, dass man das nur als Rekrutierungspool ausnutzt." Auf die Spekulation, dass Rödl mittelfristig Bundestrainer der A-Nationalmannschaft werden könnte, entgegnet er: "Ich bin in Trier unter Vertrag und fühle mich hier wohl. Beides zu machen gibt zum einen die Regel nicht her, zum anderen würde es meinen Job in Trier zu sehr behindern - das käme für mich auch nicht in Frage."