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Wildcard für die TBB in weiter Ferne

Wildcard für die TBB in weiter Ferne

Die Artland Dragons Quakenbrück haben ihr Team aus der Basketball-Bundesliga zurückgezogen. Ob der frei gewordene Platz neu besetzt wird, ist ungewiss. Die Clubs entscheiden darüber am Donnerstag. Eine Wildcard würde 250 000 Euro kosten.

Trier. Was für eine Achterbahnfahrt ist das denn im Moment für alle Fans der TBB Trier? Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen mit Insolvenz und erstem Bundesligaabstieg sowie dem emotionalen letzten Saisonspiel gegen den Mitteldeutschen BC am 30. April donnert am Sonntagnachmittag auf einmal die folgende Nachricht durch das Internet: Die Artland Dragons Quakenbrück ziehen ihre Mannschaft aus der Bundesliga zurück. Heißt: Trier und Crailsheim steigen ab, Gießen und Würzburg steigen auf, Quakenbrück zieht zurück - ein Bundesligastartplatz ist plötzlich wieder frei. Die Chance also für die TBB?
"Was soll ich Ihnen dazu sagen?", fragt BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser auf die telefonische TV-Anfrage. Es sei derzeit viel zu früh, um sich über diese Frage ernsthaft Gedanken zu machen. "Erst mal tagt am Donnerstag der Lizenzliga-Ausschuss in Köln, um über die Lizenzvergaben für die Saison 2015/2016 zu entscheiden", erklärt Kaiser. Dort werde dann auch die Frage geklärt, ob die Liga in der neuen Spielzeit nach dem Rückzug der Dragons überhaupt noch aus 18 Teams bestehen werde oder ob die BBL auf 17 Clubs reduziert werde. Viele der wirtschaftlich starken BBL-Clubs fordern seit langem eine Verkleinerung der Liga, um die internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.
Nur wenn sich die Clubs für eine 18 Teams starke Liga entscheiden würden, käme es zu einem Wildcard-Verfahren. "Für eine Wildcard könnte sich dann jeder Verein bewerben, der die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen kann - das könnte dann auch ein Dritt- oder Viertligist sein", so Kaiser. Um eine solche Wildcard zu erhalten, ist neben einem soliden wirtschaftlichen Konzept auch eine Zahlung von 250 000 Euro fällig. Daher ist es äußerst fraglich, ob die neu gegründete Trierer Ballsport Bewegung als Nachfolger der TBB Trier AG diese Summe überhaupt aufbringen könnte.
Nachdem der alte Verein zerschlagen und allen Mitarbeitern gekündigt worden ist, ist es in diesen Tagen nicht leicht, eine öffentliche Stellungnahme von Vereinsseite zu erhalten. Wie es heißt, wolle man nun zunächst erst mal abwarten, ob es überhaupt zu einem Wildcard-Vergabeverfahren komme. "Alles Weitere sehen wir dann", erklärt man dem TV.