"Wir haben seit Tagen nur Berlin im Kopf"

"Wir haben seit Tagen nur Berlin im Kopf"

Komm runter, Albatros: Basketball-Bundesligist TBB Trier empfängt am Samstag den Titelanwärter Berlin (20 Uhr, Arena). Die früheren Alba-Spieler Andreas Seiferth und Joshiko Saibou sehen die TBB zumindest physisch und mental im Vorteil.

Trier. Was kann besser werden? Woran müssen wir arbeiten? Das sind Fragen, die nach einer Saison beantwortet werden müssen. Joshiko Saibous Freundin Amanda sah im Sommer bei der TBB nach den Spielen Optimierungsbedarf. "Sie meinte, dass wir uns einen besseren Siegestanz zulegen sollen", sagt der Aufbauspieler - und so kam das Team zu den neuen "Moves", die es zuletzt zwei Mal nach den Heimsiegen in der Arena zu sehen gab. Inspiriert von Will Smith in der Sitcom "Der Prinz von Bel Air".
Berliner Duo bei der TBB


Samstagabend, wieder tanzen in der Arena, vor den Fans - das wär\'s doch, finden TBB-Center Andi Seiferth und Saibou beim Treffen in einem Trierer Café. "Es ist immer was Besonderes, gegen Alba zu spielen. Schon, weil die Halle dann richtig voll ist - vielleicht wird die Arena sogar ausverkauft sein", sagt Seiferth, der wie Saibou seine Einsatzzeit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt hat. Beide spielten bereits zusammen in der NBBL für Alba Berlin - damals schon unter Trainer Henrik Rödl.
Und am Samstag sind sie die einzigen Berliner Jungs im TBB-Trikot - Dragan Dojcin ist noch verletzt und Oskar Faßler (Gießen) sowie Philip Zwiener (Bremerhaven) haben die TBB im Sommer verlassen. "Ich kenne von Alba nicht mehr so viele", sagt Seiferth. "Mit Heiko Schaffartzik und Yassin Idbihi haben wir gespielt. Aber die sind schon etwas älter als wir."
"Die Favoriten kommen ja erst"

Die Ex-Berliner Andi Seiferth (links) und Joshiko Saibou treffen am Samstag mit der TBB auf ihren früheren Verein. TV-Foto: Andreas Feichtner.


Die TBB ist nach fünf Spielen das Überraschungsteam der Liga. Kein Team hat seltener verloren, keins verteidigt besser. Die Tabelle dankt es mit Platz vier. "Man wirft schon mal einen Blick auf die Tabelle", sagt Saibou. Man müsse aber die richtigen Schlüsse daraus ziehen: "Man darf nicht aus den Augen verlieren, gegen wen wir bisher gespielt haben. Gegen die Favoriten und Meisterkandidaten spielen wir jetzt erst." Seiferth und Saibou wissen aber, warum die mittelschweren Brocken bisher so souverän vom Parkett geschoben wurden. Die neue Breite mache den Unterschied. "Die zweite Fünf schließt nahtlos an die erste Fünf an, da entsteht kein Bruch", sagt Seiferth (23). "Wir sind athletischer als im letzten Jahr. Und wir sind alle schnell auf den Beinen. Da ist keiner im Team, dem schnell die Puste ausgeht."
Seiferth startet auf der Center-Position. Auch Saibou gehört in diesem Jahr fest zur Zehner-Rotation. Die Defensive ist die ausgewiesene Stärke des Teams. "Wenn jemand mal einen Fehler macht, sind drei Leute da, die sofort dahinter stehen - da ist immer ein Arm dazwischen. Bei uns kommt der Gegner kaum zu freien Würfen", sagt Saibou (22), der wie Seiferth im vergangenen Jahr nach Trier gewechselt war. Die TBB sei auch variabler geworden: "Wir hatten letztes Jahr mit Dru Joyce zwar einen Spitzen-Point-Guard. Aber das Spiel war sehr auf ihn zentriert. Wir haben jetzt mehr Optionen und sind nicht so leicht ausrechenbar."
Ob\'s am Samstag was mit dem ersten Heimsieg gegen Alba seit acht Jahren wird - gegen Topspieler wie DaShaun Wood, Deon Thompson oder Zach Morley? "Wir haben zumindest einen Vorteil", sagt Seiferth. "Alba muss ja am Donnerstagabend noch in der Euroleague in Spanien spielen. Die denken bisher nur an Malaga. Wir haben aber seit Tagen nur Berlin im Kopf."
Für Saibou ist das nicht nur mental, sondern auch physisch ein Vorteil: "Wenn wir mit viel Energie rauskommen, können wir Alba unter Druck setzen. Das wird sich vielleicht erst in der zweiten Hälfte zeigen. Aber ich denke, dass es sich zeigen wird."
Er rechnet mit einem engen Spiel - vielleicht mit einer Prinz-von-Bel-Air-Zugabe. Das würde nicht nur Amanda gefallen.