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Wütende Berliner im Anflug: TBB empfängt den Spitzenreiter

Tony Canty trifft mit der TBB Trier in heimischer Halle am Sonntag auf Berlin.TV-Foto: Archiv/Andreas Feichtner
Tony Canty trifft mit der TBB Trier in heimischer Halle am Sonntag auf Berlin.TV-Foto: Archiv/Andreas Feichtner
Trier. Tony Canty stammt aus Berlin-Zehlendorf. "Das ist meine Stadt", sagt der TBB-Aufbau. Am Sonntag (17 Uhr/Arena) trifft er mit Alba Berlin auf den Verein, dessen Spiele er früher immer in der Max-Schmeling-Halle verfolgte.

Trier. Ja, es geht. Es ist tatsächlich möglich. Das hat sich am Donnerstagabend gezeigt. Der in der Bundesliga bisher noch unbesiegte Tabellenführer Alba Berlin kann doch noch Spiele verlieren. Und wie: In der Basketball-Euroleague wurden die Hauptstädter gegen Maccabi Tel Aviv aus Israel in eigener Halle regelrecht auseinandergenommen. Das Endergebnis von 69:84 (29:46) spiegelt die Überlegenheit des israelischen Serienmeisters nicht im geringsten wider. Phasenweise führte Maccabi das Team von Coach Sasa Obradovic vor. "Das war schon echt heftig", findet auch Tony Canty. Der TBB-Aufbau hat sich das Spiel im Fernsehen zu Hause auf der Couch angeschaut.
"Aber wer jetzt denkt, Alba hätte durch diese Niederlage einen Knacks bekommen und für uns wäre das am Sonntag ein Vorteil, der täuscht sich gewaltig." Denn, so befürchtet der 24-Jährige, "sie werden nun mit Wut im Bauch" an die Mosel reisen und am Sonntag beim Spiel gegen die TBB (17 Uhr/Arena Trier) alles dafür tun, um die Niederlage vom Donnerstag vergessen zu machen.
"Wir wissen, was da auf uns zukommt", betont Canty. "Schwieriger geht\'s in dieser Liga kaum. Aber genau das ist unsere Chance, wir haben doch nichts zu verlieren." Berlin ist Cantys Heimatstadt. In Zehlendorf ist er 1991 zur Welt gekommen. "Das ist meine Stadt", sagt er. Jeden Sommer und auch sonst jede freie Minute verbringt er an der Spree. "Früher bin ich regelmäßig zu Alba-Spielen in die Max-Schmeling-Halle gegangen." Wendell Alexis, den sie in der Hauptstadt aufgrund seiner abgezockten Spielweise noch heute nur den "Iceman" nennen, war Cantys Vorbild. Zu ihm schaute er auf. "Und Coach Rödl natürlich auch", wirft er noch schnell hinterher und fängt an zu lachen.
Henrik Rödl sei es auch gewesen, der ihm durch die vielleicht schwierigste Zeit in seiner Karriere half: Wegen diverser Schulterverletzungen verpasste er die gesamte letzte Saison. "Das war hart. Besonders für die Psyche ist das schwer." Da sei es wichtig, wenn Freunde und Familie für einen da seien. "Außerdem habe ich die ganze Zeit das Vertrauen der Trainer gespürt, das hat mir sehr geholfen."
Diese Saison verläuft bisher weitgehend verletzungsfrei für ihn. Gegen Crailsheim erzielte er elf Punkte und gehörte noch zu den stärksten Spielern auf Trierer Seite. Er sei noch nicht bei 100 Prozent, "aber ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr. Ich brauche noch ein bisschen Zeit, aber es wird." Gegen Alba müsse alles stimmen, um eine Überraschung zu schaffen. "Wir haben in dieser Woche intensiv an unserer Defensive gearbeitet. Wenn wir das umsetzen können und vorne konzentriert abschließen, können wir auch Berlin schlagen - unmöglich ist das nicht." Stimmt, das weiß auch Maccabi Tel Aviv seit Donnerstagabend. mfrExtra

TBB-Center Andi Wenzl hat sich erneut am Knie (Meniskus) verletzt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Genaueres zum Ausmaß und der Verletzungsdauer gab der Verein nicht bekannt. Der 21-Jährige A-2-Nationalspieler plagte sich in der Vergangenheit immer wieder mit Knieverletzungen und stand deswegen schon kurz vor dem Karriereende. Er kam im Sommer 2013 nach Trier. mfr