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Persönlich Wolf-Christoph Fuss
Dauer-Kommentator von Sky

Wolf-Christoph Fuss hat ereignisreiche Wochen vor sich. Der 41-Jährige wird voraussichtlich im Juni zum ersten Mal Vater - er ist mit der Moderatorin Anna Kraft liiert, die für das ZDF Sportstudio arbeitet. Und dann hat er noch ein anderes klitzekleines berufliches Projekt angenommen. Der Kommentator soll für seinen Arbeitgeber Sky bei der WM in Russland innerhalb von 32 Tagen 25 WM-Spiele begleiten - darunter alle Partien mit deutscher Beteiligung. "Englische Wochen bin ich als Kommentator gewohnt, aber russische Wochen mit täglichen Einsätzen werden auch für mich eine vollkommen neue Erfahrung und eine riesige Herausforderung sein", wird er zitiert. Es wird auch eine Grenzerfahrung für die Zuschauer. Jeden Tag dieselbe Stimme.

Bei dem Bezahlsender Sky feiert man sich für die Marketingoffensive. Man wolle, ist aus München zu hören, den Öffentlich-Rechtlichen bei der Weltmeisterschaft "ordentlich einheizen". ARD und ZDF übertragen alle Begegnungen der WM mit wechselnden Kommentatoren in den jeweiligen Stadien. Sky dagegen lässt Fuss aus einem Studio in München berichten. Das sei auch dem Umstand geschuldet, dass Fuss bei einer möglichen Geburt seines Kindes während einer der Partie eilends in Richtung Kreißsaal aufbrechen kann. In diesem Fall stünde eine Vertretung für ihn parat. Man ist sehr erleichtert.

Sky bekommt auf dem Übertragungsmarkt immer mehr Konkurrenz. Dem Unternehmen fehlen nach den Abgängen von Marcel Reif und Fritz von Thurn und Taxis Persönlichkeiten am Mikrofon. Fuss ist vor allem eine Allzweckwaffe mit Ausflügen in den Unterhaltungsbereich. Ob Sky auf diese Weise das Markenprofil schärfen kann, daran gibt es Zweifel. Wie soll sich Fuss seriös auf die einzelnen Begegnungen vorbereiten können, die Feinheiten der Taktik erkennen? Vielleicht muss er das gar nicht, wenn man nur Einheitsbrei von ihm erwartet.

GIANNI COSTA

(RP)