Eine Goldgrube des Wissens und der Erinnerung

Buch „Fußball“ von John Malam und Clive Gifford : Eine Goldgrube des Wissens und der Erinnerung

In fast jeder Gruppe gibt es diesen einen Freund, dessen Fußballfachwissen das der anderen übersteigt. Hier erklärt er die haarkleinsten Regelkniffe, dort berichtet er vom genauen Torschützen eines seit Jahrzehnten vergangenen EM-Quali-Spiels oder zählt alle Weltfußballer der Geschichte auf. Wollten Sie diesem Freund gegenüber schon immer Mal recht haben? Alles was sie brauchen, ist ein goldenes Buch.

Naja, leichte Kost ist das Buch „Fußball“ der Autoren John Malam und Clive Gifford schon von seiner Aufmachung her nicht. 320 Seiten, knapp 30 Zentimeter Höhe und Breite sowie der schwere, goldene Einband machen das Buch nicht zu einem Nachschlagewerk, das man bei der Diskussion in der Kneipe mal so eben dabei hat.

Für zu Hause ist das Buch jedoch eine echte Goldgrube an Fußballwissen. Von den Anfängen in Cambridge 1848, über die verschiedenen Regeländerungen, den Fußball während der Kriegszeit bis hin zu den Ergebnissen aller Welt- und Europameisterschaften und den wichtigsten Clubwettbewerben bleibt wohl keine Frage offen. Auch wenn das Werk auf den ersten Blick fast erschlägt, machen die fast 800 Bilder es zu keiner schweren Kost. Diese katapultieren den Leser immer wieder in vergangene Zeiten und spielen Bilder der wichtigsten Spiele vor dem inneren Auge ab.

Lediglich das Kapitel „Die besten Spieler von A bis Z“ birgt Raum für Diskussionen. Wo Luis Suarez und Sergio Agüero auftauchen, würde der Fußballexperte der Gruppe vielleicht Spieler wie Schweinsteiger oder Totti vermissen.

Aber zu seiner Beruhigung: Bei diesem Buch kann auch der gebildetste Fußballexperte noch etwas lernen, das ist sicher.

Christian Thome

John Malam, Clive Gifford: „Fußball“, Verlag Die Werkstatt, 320 Seiten, Hardcover, 39,90 Euro

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