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Buchvorstellung
Denkmal für Fortunas erste Aufstiegs-Elf

Fan Norbert Arndt bringt ein sehr lesenswertes Buch über das Düsseldorfer Fußballjahr 1966 heraus. Damit will er verhindern, dass die Erfolge der damaligen Fortuna-Mannschaft in Vergessenheit geraten. Von Falk Janning

Dreieinhalb Jahre hat Norbert Arndt daran gearbeitet, Fortuna Düsseldorfs legendärer Mannschaft von 1966 ein Denkmal zu setzen. „Mich hat immer geärgert, dass die Erfolge dieser großartigen Mannschaft immer mehr in Vergessenheit geraten sind“, sagt der 66-jährige Autor. „Immerhin ist ihr damals zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in die Bundesliga gelungen.“

Am Donnerstag stellte der Düsseltaler nun sein Buch „1966 – die erste Bundesliga-Saison von Fortuna Düsseldorf“ vor. Weil er keinen Verlag fand, hat er es kurzerhand im Selbstverlag herausgebracht. „Es war mir ein großes Bedürfnis, die Spieler auf diese Weise zu würdigen.“

Norbert Arndt wurde an der Rethelstraße ganz in der Nähe des Lebensmittelgeschäftes von Reinhold Straus groß. Der Fortuna-Spieler habe ihm als Elfjähriger ein Ticket für das Spiel gegen Schwarz-Weiß Essen geschenkt. „Ich war glücklich mit der Eintrittskarte. Das war am 6. Dezember 1964 das erste Fortuna-Spiel meines Lebens. Wir haben 5:1 gewonnen, und ich war vom Fortuna-Virus befallen.“

In den vergangenen Jahren hat er viele Tage und Wochen mit den Kickern um Waldi Gerhard, Peter Meyer und Fred Hesse zusammengesessen. Sie seien begeistert gewesen von dieser Buchidee. „Für mich ist es in den vergangenen Monaten immer mehr zu meinem Hobby geworden, ich habe mich immer weiter in dieses Projekt hineingesteigert“, sagt der passionierte Autogrammjäger. Er schrieb die vielen Erinnerungen und Anekdoten auf, und sammelte die Bilder, die ihm die Spieler zusammentrugen. Ausdrücklich wollte er keine langweilige Chronik zusammentragen. „Es ging mir darum, das Gefühl der 60er-Jahre zu transportieren“, sagt er.

Auf 180 Seiten kann der Leser in Wort und Bild noch einmal die Aufstiegsrunde erleben, die Fortuna mit dem 5:1-Sieg bei Kickers Offenbach abschloss und damit den Aufstieg klarmachte. Da sieht man, wie die Fans die Spieler aus dem Stadion tragen und Jürgen Schult, dem die Fans vor lauter Freude gerade das Trikot vom Leib gerissen haben.

Nachlesen kann der Fan auch, warum Werner Jestremski nicht zum Treffpunkt vor der Fahrt zum Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart erschien. Er war am Tag zuvor mit Schlappen in den Keller geklettert, um Kohlen zu holen, war die Treppe hinuntergestürzt und vom Notarzt ins Krankenhaus gefahren worden. Selbstverständlich reiste er dem Team am nächsten Tag hinterher und konnte mit verbundenem Kinn auflaufen.

Gerne erzählen sich die Fortunen auch die ausgiebigen Kneipentouren von Torjäger „Pitter“ Meyer nach den Spielen. Ab und an war er am Morgen nach durchzechter Nacht ohne Schuhe nach Hause gekommen, da er sie nach ein paar Bierchen gerne auszog.

500 Exemplare gibt es von der ersten Auflage des Buches. Erhältlich ist es für 24,50 Euro in den Fanshops oder per Mail unter service@f95.de