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Fortuna-Serie
Schahins Schalker Sternstunde

Das 2:2 gegen die Königsblauen war 2012/13 ein Highlight. Doch es gab viele große Momente in diesen Duellen. Von Bernd Jolitz

FC Schalke 04 – ein Name, der die Düsseldorfer Fußballfans elektrisiert, wenn sie an die Ende August beginnende neue Bundesligasaison denken. Es ist die erste seit fünf Jahren, an der Fortuna wieder aktiv beteiligt ist, und die Vorfreude auf die Vergleiche mit den Großen der deutschen Szene, zu denen die Königsblauen zweifelsfrei gehören, ist enorm. Wir schauen zurück auf einige legendäre Duelle mit dem FC Schalke.

11. Juni 1933 – Janes entreißt dem „Kreisel“ den Titel. Schalke kommt mit Ernst Kuzorra und Fritz Szepan zum Finale um die deutsche Meisterschaft nach Köln-Müngersdorf. Doch an diesem Tag ist Fortunas Rekordnationalspieler den beiden großen Schalkern, die den berühmten „Kreisel“ begründeten, eine Nasenlänge voraus. Nach Treffern von Felix Zwolanowski (10.), Paul Mehl (70.) und Georg Hochgesang (85.) gewinnt Fortuna 3:0, wird damit zum ersten und bis heute einzigen Mal Meister.

9. Januar 1938 – Königsblau schlägt zurück. Im DFB-Pokalfinale halten sich die Schalker Legenden schadlos. Ein Doppelschlag von Ernst Kalwitzki und Szepan bringt sie nach vorn, Janes’ Anschlusstor per Handelfmeter (83.) kommt zu spät.

26. Dezember 1977 – frohe Weihnachten dank Egon. Sechs Tage zuvor haben sich die alten Rivalen im Viertelfinale des DFB-Pokals nach Verlängerung 1:1 getrennt. Elfmeterschießen steht damals noch nicht auf dem Programm, und so trifft man sich am zweiten Weihnachtstag im Rheinstadion zum Wiederholungsspiel.

Fortuna lässt wegen des scheinbar schlechten Termins nur 25.000 Karten drucken, doch es kommen fast 50.000. Die Klubführung erbarmt sich und lässt die Tore öffnen. Zahlende wie nicht zahlende Fans sehen einen 1:0-Sieg der Düsseldorfer, für den Publikumsliebling Egon Köhnen mit seinem Treffer gegen Jugoslawiens Nationaltorhüter Enver Maric (69.) sorgt, der später Fortunas Torwarttrainer wird.

24. Februar 1996 – Meilenstein zum Klassenerhalt. Nur 23.000 Zuschauer wollen sehen, wie Bundesliga-Aufsteiger Fortuna die favorisierten Gelsenkirchener 2:0 schlägt. Der mazedonische Star Darko Pancev, der ansonsten fast nie das zeigt, was Fortuna sich von ihm erhofft hat, und Thomas Seeliger treffen. Das Team von Trainer Aleks Ristic, zu diesem Zeitpunkt Vorletzter, bleibt in der Liga. 15 Monate später sorgt ein weiterer enttäuschender Star für den bislang letzten Sieg gegen Schalke: Igor Dobrovolski erzielt für die bereits abgestiegenen Rot-Weißen das Tor zum 1:0 bei den „Knappen“.

28. September 2012 – die verrückte Wende. Eine Hälfte lang führt der Schalker Gast den Bundesliga-Rückkehrer vor. Viel höher als „nur“ 2:0 durch Klaas-Jan Huntelaar und Joel Matip muss es in der ausverkauften Arena stehen, doch nach dem Wechsel kommt Fortuna auf bemerkenswerte Weise zurück. Zwei sehenswerte Tore durch Mittelstürmer Dani Schahin bringen in der 48. und 77. Minute den stürmisch umjubelten Ausgleich. Am Saisonende steht dennoch der Abstieg, und eine fünfjährige Wartezeit auf das nächste Westderby beginnt.