"Das ist ein unbeschreibliches Gefühl"

"Das ist ein unbeschreibliches Gefühl"

Mit seinem ersten Profi-Tor in seinem dritten Zweitligaspiel für den 1. FC Kaiserslautern hat sich Robert Glatzel selbst ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk gemacht: Am Mittwoch feiert der Stürmer, der am Freitagabend mit seinem Jokertor in der 81. Minute den Roten Teufeln einen 1:0 (0:0)-Erfolg über Aufsteiger Kickers Würzburg bescherte, seinen 23. Geburtstag.

Nach der Partie wurde der Youngster von seinen Emotionen überwältigt: "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor der Westkurve zu stehen und von den Fans gefeiert zu werden. Davon habe ich immer geträumt, seitdem ich hier bin - und dann war es noch das entscheidende Tor." Für die Roten Teufel schnürt Glatzel seit Juli 2015 die Fußballschuhe. Der gebürtige Münchner, der von der Reserve von 1860 München in die Pfalz gewechselt war, schoss in der vergangenen Saison für das Regionalligateam der Lauterer 15 Tore in 30 Spielen.

Nachdem er auch zu Beginn dieser Saison seine Treffsicherheit bewiesen hatte, beorderte ihn Ex-FCK-Trainer Tayfun Korkut zu den Profis. Sein Debüt feierte er am 2. Oktober im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld, nun wechselte ihn Korkuts Nachfolger Norbert Meier in der 79. Minute ein. "Der Trainer hat gesagt: Geh' rein, trau' dir was zu - das habe ich dann gemacht." Eine seiner ersten Ballberührungen brachte nur zwei Minuten später die Westkurve zum Kochen: Nach Vorarbeit von Przybylko schob er den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie - der erlösende Siegtreffer für die im Abstiegskampf unter Druck geratenen Pfälzer. "Ich brauche wohl etwas, bis ich das alles realisiert habe", sagte der etwas fassungslose Glatzel den Journalisten.

Fassungs- und ratlos verfolgten vor Glatzels Tor viele der knapp 20.000 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion die Darbietungen der Roten Teufel, die sich kaum Torchancen erspielten. "Da müsste man fürs Zuschauen eigentlich noch Geld bekommen", sagte ein frustrierter Fan nach dem Schlusspfiff. Gegen einen laut Meier "ekligen, schwer zu spielenden Gegner" mühten sich die Lauterer zu einem "dreckigen Sieg". Die Würzburger begannen mutig und waren zunächst das aktivere Team, ließen ihre Chancen durch Benatelli (5., 60., 61.) aber aus. Kickers-Trainer Bernd Hollerbach ärgerte sich über die "sehr unglückliche Niederlage", die Meier mit seinem glücklichen Händchen einleitete.

"Wir müssen die Unruhe ablegen, mit dem Erfolg wächst das Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass das für uns der Türöffner war", sagte der FCK-Coach. Am Freitag kehrt er mit Kaiserslautern an seine alte Wirkungsstätte nach Düsseldorf zurück: "Die fünfeinhalb Jahre bei der Fortuna waren eine super Zeit, ich fahre immer gerne da hin." Mit dabei im Kader wird nach seinem ersten Profi-Tor sicherlich auch Robert Glatzel sein.

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