Engagiert, doch limitiert

Trotz offensichtlicher Bemühungen und etlichen Torchancen vor Bundesliga-reifer Kulisse: Der 1. FC Kaiserslautern schlittert weiter in die Krise. Beim 0:1 (0:0) gegen den VfB Stuttgart blieben die "Roten Teufel" vor 45 761 Zuschauern zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer im eigenen Haus. Die "Rote Laterne" hängt weiter auf dem Betzenberg.

Kaiserslautern. Der eine vier Mal (Kaiserslautern), der andere fünf Mal (Stuttgart) deutscher Meister: Es war die von den Namen her klangvollste Paarung des deutschen Fußball-Unterhauses am Samstag im Fritz-Walter-Stadion. Doch beide Vereine haben derzeit andere Sorgen, als sich im Glanz der wenigen verbliebenen Sonnenstrahlen vergangener Herrlichkeiten noch ein wenig zu vergnügen.
Vor allem in der Pfalz "brennt" bereits nach fünf von 34 Spieltagen der Baum: Tabellenletzter, zwei Punkte, ein einziges mageres Törchen in 450 Minuten. Die neue Mannschaft eines Vereins mit neuem Führungspersonal und neuem Trainer sowie neuen Spielern, die aus den verschiedensten Gründen noch nicht einsatzfähig sind, braucht derzeit das, was sie nicht bekommen kann: Zeit.
"Wir werden jetzt nicht anfangen, an irgendetwas zu zweifeln. Wenn wir über die Grundtugenden reden, die hier am Betzenberg gefordert werden, hat die Mannschaft heute alles reingehauen", versuchte der bisher glück- und sieglose Trainer Tayfun Korkut, das Bemühen seiner Spieler ins rechte Licht zu rücken. Fakt ist: Kaiserslautern ist derzeit vor allem im Abschluss nicht zweitliga-tauglich. "Ich weiß, dass ich den reinmachen muss. Dann läuft das ganze Spiel anders", gab sich die Leverkusener Leihgabe Marlon Frey nach seiner "vergeigten" Großchance nach nur drei Minuten zerknirscht. Und Lukas Görtler, an der Seite von Osayamen Osawe als zweite Spitze aufgeboten, haderte ebenfalls mit dem Schicksal. "Das einzig Gute ist, dass es am Mittwoch schon wieder weitergeht. Da haben wir die nächste Möglichkeit, unsere Lage zu verbessern", versuchte der als offensiver Linksverteidiger aufgebotene Marcel Gaus mit verhaltenem Optimismus vorauszublicken. Gegen den furios in die Saison gestarteten Aufsteiger Dynamo Dresden, der derzeit noch von einer Welle der Euphorie getragen wird, soll dann endlich das von allen Seiten beschworene Erfolgserlebnis her.
Ob dabei Kapitän Daniel Halfar wieder mit von der Partie sein wird, steht noch nicht fest: Lauterns Ideengeber und kämpferisches Vorbild musste nach 27 Minuten wegen muskulärer Probleme das Feld vorzeitig verlassen. "Wir werden sehen, was geht bei Daniel bis Mittwoch", hofft sein Coach, dass nicht die nächste Dauer-Baustelle geschlossen werden muss.