Erst Rauch, dann Feuer

Engagierte Leistung unzureichend belohnt: Der 1. FC Kaiserslautern ist über ein 0:0 im Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC nicht hinweggekommen. Aufregung gab es nach einem regulären Tor für den FCK, das fälschlicherweise aberkannt wurde.

Kaiserslautern. 47 Sekunden war Jacques Zoua nach seiner Einwechslung in der 60. Minute auf dem Feld, da stürzten sich seine Mitspieler auf ihn und begruben den wuchtigen Angreifer jubelnd unter sich.
Nach einem Freistoß des starken Zoltan Stieber hatte das Kraftpaket der "Roten Teufel" mit dem Kopf zum 1:0 getroffen. Alles regulär. Nur aus Sicht von Fifa-Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) nicht. Der Referee verweigerte dem Treffer seine Anerkennung. Zu Unrecht, wie die Fernsehkameras bewiesen. Denn nicht der Torschütze, sondern dessen Mitspieler Osayamen Osawe stand im Abseits. Ein Umstand, der FCK-Trainer Tayfun Korkut zu der Äußerung veranlasste: "Vielleicht hat der Schiedsrichter die beteiligten Spieler ja einfach nur verwechselt." Das, so der Coach, könne passieren. Der FCK hat in den vergangenen Spielen erheblich an Konstanz, an Geschlossenheit und spielerischer Dominanz hinzugewonnen. Kein Wunder: Denn zum fünften Mal in Folge hatte Korkut die gleiche Anfangsformation aufbieten können. Und auch von der Bank kommt allmählich Qualität nach. "So stelle ich mir das war. Die Einwechslungen von Jacques Zoua und Daniel Halfar haben uns noch einmal einen Schub verliehen." Dabei hätten die Lauterer, die aus den vergangenen vier Partien zehn Punkte geholt hatten, das Spiel frühzeitig zu ihren Gunsten beeinflussen können. Doch sowohl Gaus (4.), als auch Moritz (15.), Görtler (25.) und Mwene (32.) scheiterten entweder nur knapp oder wurden im letzten Moment am erfolgreichen Abschluss gehindert. So treten die Pfälzer in der Tabelle auf der Stelle, dürfen den Blick aber dennoch in die gesicherten Regionen richten. Am Freitag beim Schlusslicht FC St. Pauli "können wir uns vielleicht den Dreier holen, der uns heute trotz einer leidenschaftlichen Leistung verwehrt blieb", meinte FCK-Sportdirektor Uwe Stöver. Dafür aber, "muss man so ein Ding, wie ich es auf dem Fuß hatte, auch reinmachen", wie Marcel Gaus bekannte.
Das Südwest-Derby verlief friedlich. Lediglich ein paar Leute im Karlsruher Fanblock hatten vor Spielbeginn mit Rauchschwaden dafür gesorgt, dass die Partie verspätet angepfiffen wurde.jübExtra

Braunschweig hat den Vorsprung auf Verfolger Stuttgart zumindest bis Montag auf vier Punkte ausgebaut. Der Tabellenführer besiegte 1860 mit Interimscoach Daniel Bierofka 2:1 (1:0). Die "Löwen" holten sich unterdessen eine Absage von Armin Veh ab. Er galt als Wunschkandidat für die Runjaic-Nachfolge. red