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Erster Schritt in die richtige Richtung

Kaiserslautern. Die treuen Anhänger des 1. FC Kaiserslautern müssen in dieser Saison leiden: Nach drei Ligaspielen und dem Pokal-Aus beim Halleschen FC haben sie immer noch keinen Grund zum Jubeln gehabt. Die Nullnummer der besseren Art gegen Fortuna Düsseldorf gibt aber Anlass zur Hoffnung. Stefan Strohm

Kaiserslautern. Zwei Punkte und nur ein Tor in drei Zweitligapartien: Die Ernte des Sommers 2016 fällt beim Pfälzer Traditionsverein aus Kaiserslautern bisher sehr mäßig aus. Kein Wunder, dass der Zuspruch auf den Rängen des Fritz-Walter-Stadions gegen Fortuna Düsseldorf sehr bescheiden ausfiel: Nur 20 278 Fußballfans wohnten dem Topspiel des dritten Spieltags bei - nur noch etwa halb so viele wie zur Saisonpremiere gegen Hannover 96, die mit 0:4 verloren ging.
Diejenigen, die gekommen waren, brauchten die Besteigung des Betzenbergs nicht zu bereuen: Sie sahen ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und intensives Spiel. "Meine Mannschaft hat alles gegeben, um das Spiel zu gewinnen. Letztlich war es ein gerechtes Remis. Wir wollten mehr, aber es war ein erster Schritt", sagte Lauterns Trainer Tayfun Korkut. Der 42-Jährige freute sich: "Wir haben es heute geschafft, stabiler zu sein, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen wieder neue Spieler integrieren, jeder Tag Training tut uns gut."
Mwene überrascht


Hinten stand erstmals die Null, da die beiden Außenverteidiger Philipp Mwene und Naser Aliji ihr bestes Saisonspiel zeigten und der Düsseldorfer Ihlas Bebou (12.) alleine vor dem guten FCK-Torhüter André Weis versagte. Insbesondere die Leistung des 22-jährigen Mwene überraschte nach seinen Fehlern in den Spielen zuvor: "Er hat eine sehr gute Antwort gegeben. Er bringt viel Engagement und Leidenschaft mit, aber es wird immer noch Schwankungen geben - er kommt aus der dritten Liga."
Aus der dritten Liga kommt auch Osayamen Osawe, der im FCK-Angriff zunächst Alleinunterhalter war. Er verpasste das 1:0 (50./63.) - ebenso wie Aliji (2.) und der eingewechselte Neuzugang Jacques Zoua (77.), der nur die Latte traf. Somit stand auch vorne die Null, aber der beherzte und selbstbewusste Auftritt der Lauterer macht Hoffnung.
Von Ängstlichkeit war trotz des schwachen Saisonstarts nichts zu sehen - dies erkannte auch Fortunen-Coach Friedhelm Funkel, von 1980 bis 1983 selbst ein Roter Teufel: "Bei meinem Ex-Verein habe ich nichts gesehen von Verunsicherung. Ich glaube, die Verantwortlichen sind auf einem guten Weg."
Funkel freute sich über eine Partie mit "viel Tempo und viel Leidenschaft" sowie über eine gelungene Premiere von Stürmer Rouwen Hennings: "Ich bin absolut einverstanden mit seiner Leistung. Er hat seine Qualitäten gezeigt." Ebenso wie Hennings blieb auch dem Ex-Lauterer Axel Bellinghausen ein Torerfolg auf dem Betze versagt. "Ich hätte nichts gegen das Siegtor gehabt", sagte er schmunzelnd zu seiner Großchance (87.). Die FCK-Fans atmeten auf und müssen geduldig warten, bis die Mannschaft zusammenwächst. Mittelfeldspieler Marcel Gaus ist zuversichtlich: "Ein Großteil der Fanmassen steht hinter uns. Ich weiß, wie euphorisch unsere Fans sein können." Und Abwehrspieler Tim Heubach forderte: "Wir müssen mit dem Gegenwind umgehen und die Ruhe bewahren."
Am Dienstagabend hat der FCK einen weiteren Neuzugang bekanntgegeben: Innenverteidiger Ewerton (27) wechselt auf Leihbasis von Sporting Lissabon in die Pfalz. Der Brasilianer ist international erfahren. Für Sporting, Anschi und Braga machte er insgesamt 25 Europa-League-Spiele.