„Es ist noch nicht vorbei“: Kaiserslautern kommt gegen St. Pauli nicht über ein 1:1 hinaus

Fußball : „Es ist noch nicht vorbei“: Kaiserslautern kommt gegen St. Pauli nicht über ein 1:1 hinaus

Haben sich die Roten Teufel im Kampf gegen den Abstieg schon aufgegeben? In der zweiten Halbzeit des Heimspiels gegen den FC St. Pauli hatte es fast den Anschein.

Nach einer guten ersten Hälfte, in der sich der FCK einige Chancen erspielte (Borrello (10.), Seufert (23.), Andersson (30.), Mwene und Borrello (31.) sowie Osawe (37.)), aber im Abschluss harmlos blieb, präsentierten sich die Roten Teufel vor über 32000 Zuschauern seltsam lethargisch. Ideenlos. Fast schon emotionslos. Gegen die gut gestaffelten Viererketten der Kiez-Kicker gab es kaum Anspielstationen, kein Durchkommen und keine Torchancen.

Als dann in der 71. Minute auch noch Jan-Ingwer Callsen-Bracker ein technischer Fehler unterlief und er als letzter Mann Sami Allagui am Trikot hielt und zu Fall brachte, entschied Schiedsrichter Frank Willenborg richtigerweise auf Elfmeter und Rote Karte wegen Notbremse. Das Foul des Lauterers begann deutlich vor dem Strafraum, er hielt Allagui allerdings auch noch im Sechzehner fest. Aziz Bouhaddouz ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfmeter sicher zur 1:0-Führung für die Gäste (73.).

In Unterzahl brachte FCK-Trainer Michael Frontzeck dann Halil Altintop und Ruben Jenssen für Mwene und Andersson. Und die Einwechslung Altintops machte sich tatsächlich noch bezahlt: In der 84. Minute reagierte der Routinier blitzschnell, führte einen Freistoß ganz schnell aus – und der ebenfalls eingewechselte Lukas Spalvis erzielte den Ausgleich zum 1:1. Die Westkurve tobte nun – aber in Unterzahl gelang den Lauteren kein weiterer Treffer mehr.

Das 1:1 ist für den Tabellenletzten im Abstiegskampf nach der 1:2-Niederlage in Fürth zu wenig, auch wenn ein alter Bekannter den Roten Teufeln noch Mut macht: Uwe Stöver, insgesamt acht Jahre bei den Roten Teufeln und zuletzt FCK-Sportdirektor, nun in Diensten des FC St. Pauli. „Ich drücke dem Verein die Daumen. Man muss die Situation bis zum letzten Spieltag behandeln, darf nicht nachlassen. Man hat sich ja heute in Unterzahl kämpferisch gezeigt. In sieben Spielen ist noch alles drin.“ Dass seine Mannschaft den Sieg noch „fahrlässig aus der Hand gegeben hat“, ärgerte Stöver: „Das darf uns nicht passieren. Heute haben wir definitiv zwei Punkte liegengelassen.“

Kämpferisch zeigte sich nach der Partie auch Lauterns Trainer Michael Frontzeck: „Ich freue mich ungemein, dass wir nach dem 0:1 noch einmal zurückgekommen sind. Wir haben zuletzt 13 Punkte aus acht Spielen geholt. Wir haben nun zwei Wochen Zeit und werden weiter arbeiten. Ein Dank an die Zuschauer, die am Ende noch einmal aufgedreht haben. Es ist noch nicht vorbei.“

Die Aufholjagd geht am Ostersamstag, 31. März, mit der Partie beim MSV Duisburg weiter.

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