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Spieler gehen nicht an ihre Grenzen
Fortuna als Aufbaugegner für Kellerkinder

Düsseldorf. Die Kellerkinder der 2. Liga freuen sich derzeit, wenn Fortuna zu Gast ist. Der Tabellenvorletzte Darmstadt 98 hatte mehr als ein halbes Jahr lang nicht zu Hause gewonnen und konnte die Negativserie durch einen 2:1-Erfolg beenden. Auch für den Drittletzten 1. FC Heidenheim war der Spitzenreiter aus Düsseldorf ein prima Aufbaugegner: Nach sechs sieglosen Partien kam der FCH am Sonntag durch einen verdienten 3:1-Erfolg wieder zu einem Dreier und verließ die Abstiegsränge. Falk Janning

Für die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel ist die Niederlagenserie gegen die Teams aus dem Tabellenkeller fatal, denn der Vorsprung auf die auf dem Relegationsplatz rangierenden Kieler ist durch die drei Pleiten in Serie auf vier Punkte geschrumpft. Der Trend spricht gerade nicht für die Rot-Weißen, die verunsichert und ängstlich wirken, ihre in der Hinrunde gezeigt Klasse nicht mehr auf den Rasen bringen.

Es fehlt der Truppe von Trainer Friedhelm Funkel in den Zweikämpfen die Entschlossenheit und vor dem Tor die Zielstrebigkeit und der Wille, einen Treffer erzwingen zu wollen. Sie lässt gegen die Teams, die mit dem Rücken zur Wand stehen, einfach den letzten Willen und Biss vermissen. In Heidenheim war nur 15 Minuten lang nach der Pause so etwas wie Siegeswillen spürbar. Das bemängelte nach dem Spiel in Heidenheim auch Marcel Sobottka, der mehr Einsatz und Teamgeist einfordert. "Wir haben vorne und hinten die Qualität. Aber wir müssen wieder zusammenstehen und einer für den anderen kämpfen, dann gehen die Dinger auch wieder rein", sagte der defensive Mittelfeldspieler.

Auch für Adam Bodzek sind die jüngsten Niederlagen keine Frage der Qualität in der Mannschaft. Mit der Klasse, die sie hätten, müssten die Niederlagen nicht passieren, meint er. "Uns fällt es im Moment nicht so einfach Tore zu schießen und kassieren teilweise zu einfache."

Die Düsseldorfer hoffen nun, dass es gegen den Tabellensiebten FC Ingolstadt besser läuft. Schließlich rangiert der Gegner im Mittelfeld, ist bar aller Ambitionen und muss sich für das Überleben in der Liga nicht zerreißen.

In der Woche darauf droht den Düsseldorfern in Dresden allerdings erneut ein Kellerkind als Gegner: Die SG Dynamo steht vor allem durch Fortunas Patzer in Heidenheimer unter Druck. Der FCH ist an Dresden vorbeigezogen, das sich nun als Viertletzter punktgleich mit dem FC St. Pauli auf dem Relegationsplatz befindet. In den vergangenen vier Partien gelang den Sachsen kein Sieg, da würde eine Düsseldorfer Niederlage ins Bild der letzten Wochen passen.

Fast scheint es so, als wären einige Spieler nicht mehr bereit, an ihre Grenzen zu gehen, weil das Saisonziel mit Platz sechs bereits erreicht ist. In der Sprache der Verantwortlichen kommt das Wort "Aufstieg" dennoch weiterhin nicht vor. "Unser Ziel war vor der Saison, und ist es auch heute noch, ein Platz unter den ersten sechs", sagt Trainer Friedhelm Funkel.