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Wende bei Fortuna Düsseldorf
Trainer Funkel doch vor Verlängerung des Vertrags

 Einigung in der Nacht: Friedhelm Funkel.
Einigung in der Nacht: Friedhelm Funkel. FOTO: dpa / Federico Gambarini
Exklusiv Einen Tag nachdem Fortuna Düsseldorf die Trennung von Friedhelm Funkel bekanntgegeben hat, gibt es die spektakuläre Wende: Fortuna und der Trainer einigten sich nach Informationen unserer Redaktion noch in der Nacht mündlich auf einen Einjahres-Vertrag über Juni hinaus, der nur für die erste Liga Gültigkeit besitzt. Bis zum Ende der Woche will man es auch schriftlich fixieren. Patrick Scherer

Die Vereinsoberen und Funkel sollen in mehreren Gesprächen signalisiert haben, ihre Eitelkeiten hintanzustellen und zum Wohle des Vereins handeln zu wollen.

Noch am späten Freitagabend hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst diese Rolle rückwärts angekündigt: „Dass die Gespräche zwischen Trainer und Vorstand eine solche Dynamik bekommen haben, hat uns im Aufsichtsrat überrascht“, hatte Ernst der „Westdeutschen Zeitung“ gesagt. „Daher regen wir an, dass wir untereinander noch einmal sprechen.“

Am Nachmittag hatte Vorstands-Chef Robert Schäfer noch gesagt: „Das ist eine Entscheidung für den Verein Fortuna Düsseldorf, hinter der alle Gremien geschlossen stehen.“ In einer denkwürdigen Medienrunde am letzten Trainingstag im Trainingslager in Marbella hatten Schäfer und Funkel verkündet, dass die Verhandlungen über eine Verlängerung des im Juni auslaufenden Vertrages gescheitert seien, weil Funkel nicht akzeptiert habe, die Entwicklungen in den nächsten Wochen abzuwarten. Funkel hatte unter Tränen erklärt: „Ich wollte eigentlich nicht in Rente gehen, aber jetzt gehe ich eben im Sommer schon in Rente, weil ich nie mehr eine solch tolle Mannschaft und so einen tollen Mitarbeiterstab haben werde.“ Und weiter: „Ich bin sehr, sehr enttäuscht. Ich sehe das schon so, dass mir kein Vertrauen gegenüber gebracht wird.“ Funkel hatte dem Verein nach eigener Aussage – von Schäfer unwidersprochen – angeboten, auch einen nur für die erste Liga gültigen Vertrag zu unterschreiben.