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Fortunas zweite Niederlage in Folge
Funkel warnt vor "destruktiver Stimmung"

Friedhelm Funkel
Friedhelm Funkel
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Trainer bricht nach der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum nicht den Stab über seine Mannschaft. Er müsse die Spieler nicht aufrichten, da sie eine gute zweite Hälfte gezeigt hätten. Bernd Jolitz

Friedhelm Funkel hat in den vergangenen Tagen viele Menschen ermahnen müssen, nicht vorschnell den Aufstieg seiner Mannschaft als gesichert anzusehen, nicht zu früh zu viel zu rechnen. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum am Freitagabend rechnete der Trainer der Düsseldorfer Fortuna allerdings einmal selbst zu früh. "Vor der Saison hätten sofort alle unterschrieben, zum jetzigen Zeitpunkt fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz zu haben", erklärte der 64-Jährige.

Doch als Funkel dies sagte, trennten seine Mannschaft sogar noch acht Zähler vom drittplatzierten KSV Holstein Kiel – offenbar hatte er für den Aufsteiger von der Ostsee bereits einen Sieg in dessen Samstag-Heimspiel gegen Darmstadt eingerechnet. Damit lag er allerdings falsch, die Kieler kamen gegen Darmstadt nicht über ein torloses Remis hinaus und bleiben damit sieben Zähler hinter der Fortuna.

An der grundsätzlichen Richtigkeit seines Zitats änderte das freilich nichts. Fünf Spieltage vor Saisonende der 2. Bundesliga einen solch komfortablen Vorsprung auf Platz drei zu haben, hätte den Düsseldorfern sicher niemand zugetraut. Aber Fortuna hat mit ihrem Siegeszug Begehrlichkeiten geweckt, die zwei Niederlagen in Folge – wie jetzt in Darmstadt und gegen Bochum geschehen – für die meisten zu herben Enttäuschungen werden lassen. Eine Gefühlslage, für die Funkel kein Verständnis hat: "Destruktive und negative Stimmung sind jetzt absolut fehl am Platze", mahnt der Coach. "Ich muss die Mannschaft auch nicht aufrichten. Wenn sie nicht gut gespielt und sich keine Tormöglichkeiten erarbeitet hätte, dann müssten wir uns Gedanken machen. So jedoch nicht."

Dabei fällte Funkel über das Geschehen in der ersten Spielhälfte das gleiche Urteil wie die meisten Beobachter. "Beide Mannschaften haben sehr viele Fehler gemacht vor der Pause", sagte er. "Das war kein gutes Spiel." Torjäger Rouwen Hennings pflichtete ihm bei: "In der ersten Hälfte haben wir ganz sicher nicht so gespielt, wie wir uns das vorstellen. Es ist unerklärlich, warum weder die Bochumer noch wir auf diesem wirklich hervorragenden Rasen keine Ballsicherheit gefunden haben." Beinahe noch erstaunlicher fand der Stürmer dann, "dass wir es nach dem Wechsel viel besser gemacht, dann aber leider zwei Gegentreffer kassiert haben".

Bochums Trainer Robin Dutt ging nach dem Abpfiff jedenfalls sehr freundschaftlich mit seinem Düsseldorfer Gegenüber um. "Ich erspare Friedhelm Funkel mal, sich eine vorschnelle Gratulation zum Aufstieg anhören zu müssen", sagte Dutt. "Wir hatten hier heute schon richtig Glück, waren nicht die bessere Mannschaft. Und was Fortuna anbelangt: Bei wem sollte ihr weiterer Weg besser in den Händen liegen als bei einem, der schon fünfmal aufgestiegen ist? Meine Glückwünsche kann ich ihm hoffentlich – und wahrscheinlich – später immer noch übermitteln."