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Fortuna-Spieler bei der WM
Takashi Usami auf historischen Spuren

Der Japaner und sein Landsmann Haraguchi gehören zu den Spielern Fortuna Düsseldorfs, die bei Weltmeisterschaften kickten. Am Donnerstag können sie mit Japan ins Achtelfinale einziehen. Von Falk Janning

Viele Fortuna-Fans werden nach dem gestrigen Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft mit besonderem Interesse die Auftritte der japanischen Nationalmannschaft verfolgen. Bei ihr spielen mit Genki Haraguchi und Takashi Usami zwei Spieler, die zu den Düsseldorfer Aufstiegshelden der vergangenen Saison zählen. Die beiden Japaner sind zwar offiziell in Besitz anderer Klubs, doch die Leihverträge der Fortuna mit dem Offensivduo sind noch bis zum 30. Juni gültig. Und mit Usami rechnen die Düsseldorfer Fans auch für die kommende Saison.

 Haraguchi und Usami kämpfen am Donnerstag mit ihrem Team ab 16 Uhr gegen Polen um das Erreichen des Achtelfinales. Sie sind Fortunas WM-Fahrer 13 und 14. Und sie gehören in eine Reihe legendärer Düsseldorfer Spieler, die beim wichtigsten Sportereignis der Welt kickten. Ernst Albrecht, Jakob Bender, Paul Janes und Stanislaus Kobierski waren 1934 in Italien bei Deutschlands erster WM-Teilnahme dabei, als die Mannschaft um Kapitän Fritz Szepan bis ins Halbfinale vordrang und sich durch einen 3:2-Sieg über Österreich die Bronzemedaille sicherte. Kobierski gelang als bislang einzigem Fortunen gar ein WM-Treffer. Es war beim 5:2 gegen Belgien das 1:0 – und damit der erste deutsche Treffer bei einer WM.

Abwehrchef Janes, der mit Fortuna 1933 den deutschen Meistertitel holte und zu den Legenden des Vereins zählt, gehörte auch bei der WM 1938 in Frankreich wieder zum Aufgebot des Nationalteams, das mit den Österreichern als  „Großdeutschland“ antrat. Nach einem 2:4 gegen die Schweiz kam das Aus schon im Achtelfinale.

In der Erinnerung an den sensationellen 3:2-Sieg im WM-Finale von 1954 über Ungarn ragt neben den Torschützen auch der Fortune Toni Turek heraus. Nach einer wagemutigen Parade des Keepers gegen Zoltan Czibor rief Radioreporter Herbert Zimmermann euphorisiert ins Mikrofon: „Toni, du bist ein Teufelskerl. Toni, du bist ein Fußballgott!“

Fortunas Abwehrspieler Erich „der Hammer“ Juskowiak war von Trainer Sepp Herberger auch in den 54-er-Kader berufen worden, hatte wegen einer schweren Erkran­kung aber nicht am „Wunder von Bern“ teilnehmen können. Dafür war der Freistoßspezialist vier Jahre später bei der WM 1958 dabei. Im Halbfinale gegen Schweden erlangte „Jus“ traurige Berühmtheit, da er als erster deutscher Nationalspieler nach dem Zweiten Weltkrieg des Platzes verwiesen wurde und so zur 1:3-Niederlage in der „Schlacht von Göteborg“ beitrug. Er hatte sich in der aufgeheizten Atmosphäre des Ullevi-Stadions zu einem Revanchefoul hinreißen lassen.

1974 bei der WM im eigenen Land stand mit Dieter Herzog nur ein Fortune im deutschen Kader. Er und Toni Turek sind die beiden einzigen Weltmeister aus Düsseldorf. Der Mittelfeldspieler gehörte in den beiden siegreichen Zwischenrundenpartien gegen Jugoslawien und Schweden zur Startformation.

Josef Hickersberger war 1978 bei der WM in Argentinien der erste Düsseldorfer WM-Fahrer, der nicht für das deutsche Team auflief. Er gehörte zu Österreichs Helden von Cordoba, die Deutschland 3:2 bezwangen. Gerd Zewe blieb in Argentinien ohne Einsatz.

1982 war Thomas Allofs Fortunas WM-Teilnehmer. 2014 in Brasilien liefen Ben Halloran (Australien) und Mathis Bolly (Elfenbeinküste) auf.