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Union - Fortuna 3:1
Fortuna erwischt gebrauchten Tag und verliert in Berlin

Das 1:3 bei Union Berlin ist nach einer in Spielaufbau und Offensive enttäuschenden Vorstellung ein gerechtes Ergebnis. Raman spielt schwach und fehlt gegen Fürth gesperrt. Bernd Jolitz, Berlin

Nach vier Siegen in Folge musste Fortuna Düsseldorf wieder einen Rückschlag hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel verlor das hektische Kampfspiel beim 1. FC Union Berlin 1:3 – und das unter dem Strich nicht unverdient. Vor allem in Spielaufbau und Offensive zeigte der Zweitliga-Spitzenreiter viele Schwächen. Die Düsseldorfer konnten so die Gunst der Stunde nicht nutzen, die die überraschende 1:3-Niederlage von Verfolger Holstein Kiel beim Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern ihnen geboten hatte.

Funkel setzte personell auf Offensive. Für den an der Wade verletzten Kapitän Oliver Fink schickte er zwar Abräumer Adam Bodzek ins Rennen, doch für Finks eigentliche Rolle hinter den Spitzen Benito Raman und Rouwen Hennings nominierte er Havard Nielsen, der seinen Job naturgemäß deutlich stärker nach vorn gerichtet interpretierte als der 35-Jährige. Bodzek spielte in einer Dreier-Abwehrkette mit Kaan Ayhan und André Hoffmann, die das defensive Fundament des Gästeteams bilden sollte. So umging Funkel das kleine Problem auf den offensiven Außenbahnen, wo Genki Haraguchi wegen einer Gehirnerschütterung nicht zur Verfügung stand.

Doch so richtig rund wollte es zunächst nicht laufen beim Spitzenreiter. Das lag natürlich auch daran, dass die Berliner – die unter André Hofschneider, ihrem zweiten Trainer der Saison, überhaupt noch nicht gewonnen hatten – mit aller Macht auf eine Wende drängten. Daraus entstand eine enorme Hektik, die die ganz schwache Vorstellung von Schiedsrichter Robert Hartmann noch steigerte. Der Referee versuchte es zunächst mit einer extrem harten Linie, pfiff fast wie beim Basketball. Anschließend wechselte er unverhofft den Kurs, zeigte zum Beispiel dem völlig übermotivierten Union-Angreifer Sebastian Polter viel zu spät die Gelbe Karte.

Fortuna hatte es sich aber auch selbst zuzuschreiben, dass sie lange nicht ins Spiel kam. Mit Ausnahme der bärenstarken Innenverteidiger Hoffmann und Bodzek hatten fast alle Spieler ihre Probleme, wobei anfangs in erster Linie Jean Zimmer und Nielsen ihre Aufgaben nicht recht in den Griff bekamen. Doch die Düsseldorfer schafften es noch vor der Pause, mehr Zugriff auf die Partie und die Berliner Gegner zu erhalten. Und dann zeichnet es eben einen Florian Neuhaus aus, dass er trotz für ihn mäßiger 40 Minuten zuvor einen trockenen Schuss an den Innenpfosten und schließlich zum 0:1 ins Netz setzt. Die ganz starke Vorbereitung am rechten Flügel kam vom entschlossen konternden Ayhan, der den Ball über Niko Gießelmann zu Neuhaus brachte.

Der Start in die zweite Hälfte verlief dann allerdings wieder wie der in die erste: Union machte viel Druck, und Leichtsinnsfehler der Gäste (Neuhaus, Zimmer) hätten ihnen fast den Ausgleich eingebrockt. In der 67. Minute war es dann tatsächlich so weit. Bei einer Abwehraktion rutschte Bodzek weg, der Ball sprang ihm an den Arm, und Hartmann entschied auf Handelfmeter. Diesmal war Torhüter Raphael Wolf, der in dieser Saison schon drei Strafstöße pariert hatte, gegen den Schuss von Steven Skrzybski machtlos. Nur wenig später nutzte ausgerechnet Polter, der zuvor durch zahlreiche Disziplinlosigkeiten aufgefallen war, einen Blackout der Düsseldorfer Defensive zum 2:1 für die Berliner. Skrzybski vollendete in der Nachspielzeit schließlich noch einen Konter zum 3:1-Endstand.

Es passte zum gebrauchten Tag Fortunas, das die in dieser Saison schon häufig gesehene Wende im Schlussspurt ausblieb und Raman zudem die fünfte Gelbe Karte sah. Der schwach spielende Belgier fehlt damit am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Greuther Fürth.