Friedhelm Funkel: So lief die Bundesligakarriere des Fortuna-Düsseldorf-Trainers

Zum 800. Jubiläumsspiel : Die lange Bundesligakarriere von Friedhelm Funkel

Friedhelm Funkel hatte am Sonntag schon vor dem souveränen 3:0 seiner Mannschaft über den VfB Stuttgart allen Grund zu feiern: Der Coach von Fortuna Düsseldorf bestritt sein 800. Spiel in der Bundesliga. Ein Jubiläum, das nur die Wenigsten erreichen.

Seit Sonntag darf sich Friedhelm Funkel in einem Atemzug mit Jupp Heynckes, Otto Rehagel und Felix Magath nennen. Nach diesen drei Urgesteinen der Bundesliga hat es nun auch der Coach von Fortuna Düsseldorf geschafft und sein 800. Spiel in der Ersten Liga absolviert, rechnet man die Einsätze als Spieler und Trainer zusammen.

Bereits vor dem Duell gegen den VfB Stuttgart scherzte Funkel über dieses einzigartige Jubiläum. „Den Felix krieg’ ich auch noch“, kündigte er an. Magath liegt mit 801 Einsätzen nur knapp vor Funkel, in zwei Wochen dürfte der Fortuna-Trainer demnach den dritten Platz in diesem Ranking übernehmen. Bis der 65-Jährige an Heynckes (1038) und Rehagel (1037) herankommt, muss er aber noch einige Spiele bestreiten.

Aber auch so hat Funkel in seiner langen Karriere als Spieler und Trainer viel im deutschen Oberhaus erlebt. Sein Debüt auf dem Rasen gab Funkel am 9. August 1975 für Bayer 05 Uerdingen im Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen. Der damals 21-jährige Mittelfeldspieler sorgte in seinem ersten Einsatz gleich für Furore und erzielte prompt auch sein erstes Tor in der Bundesliga. Die 1:2-Pleite gegen die Essener, die durch Horst Hrubesch doppelt trafen, konnte er aber damals nicht verhindern.

Es folgten insgesamt 254 Erstliga-Einsätze für Uerdingen. Von 1973 bis 1980 und 1983 bis 1990 lief Funkel für den damaligen Werksklub auf und erzielte 82 Bundesligatreffer. Er ist damit Rekordspieler und Top-Torschütze in der Uerdinger Vereinsgeschichte. Insgesamt drei Jahre schnürte der Mittelfeldakteur Anfang der 80er-Jahre die Fußballschuhe für den 1. FC Kaiserslautern. In 66 Erstliga-Partien netzte Funkel 24 Mal. Seine persönlich erfolgreichste Saison absolvierte er aber nach seiner Rückkehr aus Kaiserslautern bei Uerdingen. 1983/1984 erzielte er satte 15 Bundesligatore.

In 320 Partien ging Funkel 118 Mal als Sieger vom Feld, hinzu kommen 117 Niederlagen und 85 Unentschieden. Insgesamt sah er als Aktiver 24 Mal die Gelbe Karte, einen Platzverweis musste er in seiner gesamten Karriere aber nie hinnehmen.

1990 hing Funkel die Schuhe an den Nagel und wechselte umgehend auf die Trainerbank. Nach einem halben Jahr als Co-Trainer übernahm er bei Bayer Uerdingen 1991 die Chefrolle. Am 6. Juni 1991 feierte er mit erst 37 Jahren sein Trainerdebüt in der Bundesliga. Seine Bilanz sieht nach seinen bislang 480 Partien an der Seitenlinie allerdings nicht ganz so positiv aus, wie als Spieler. Während Funkel 125 Partien mit seinen Mannschaften gewinnen konnte, musste er bislang 215 Niederlagen in der Bundesliga einstecken. 140 Mal gab es mit ihm als Trainer keinen Sieger. Während der ehemalige Mittelfeldspieler als Aktiver nur für zwei Teams in der Bundesliga auflief, saß er bereits bei sieben verschiedenen Klubs im deutschen Oberhaus auf der Trainerbank (Uerdingen, Duisburg, Rostock, Köln, Frankfurt, Hertha, Fortuna). Sechs von ihnen übernahm er in der 2. Bundesliga und führte sie in Deutschlands höchste Spielklasse. Mit diesem Kunststück ist Funkel ebenfalls Rekordhalter. Nur mit dem VfL Bochum scheiterte er 2011 in der Aufstiegsrelegation an Borussia Mönchengladbach.

Im Jahr 1999 fuhr Funkel in der Bundesliga seinen höchsten Sieg ein. Mit dem MSV Duisburg schlug er den VfL Wolfsburg mit 6:1. An seine höchste Niederlage werden sich die meisten Düsseldorf-Fans wohl noch schmerzlich erinnern können. Am 8. Spieltag der aktuellen Saison kam die Fortuna mit 1:7 in Frankfurt unter die Räder. Ausgerechnet bei der Eintracht, wird sich Funkel denken, hat er doch in Frankfurt seine längste Zeit als Trainer gearbeitet. In 1825 Tagen stand er dort bei 136 Bundesliga-Spielen an der Seitenlinie. Mit der Fortuna steht er momentan bei 21 Partien.

Kurios auch Funkels Statistik gegen die Bayern: Gegen keine Mannschaft verlor er als Spieler und Trainer so häufig. Seitdem er auf die Trainerbank gewechselt ist, traf Funkel 29 Mal auf den Rekordmeister, nur drei Partie davon konnte er gewinnen. Zwei der drei Erfolge konnte Funkel dabei allerdings in einer Saison einfahren. 2000/2001 vollbrachte er mit Hansa Rostock das Kunststück und schlug die Münchener mit 1:0 und 3:2.

(seka)
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