Hoffnungsvolles Talent trifft wissbegierigen Trainer-Praktikanten

Hoffnungsvolles Talent trifft wissbegierigen Trainer-Praktikanten

Die beiden Luxemburger Maurice Deville und Jeff Strasser sorgen beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern derzeit für Schlagzeilen - der eine als hoffnungsvoller Nachwuchskicker, der andere als wissbegieriger Praktikant im Trainerteam. Heute Abend spielt der FCK zu Hause gegen den SC Freiburg (18.30 Uhr).

Kaiserslautern. Drei Einsätze, ein Heimspiel, ein Tor. Und dazu gratis ein völlig neues Gefühl. Für Maurice Deville (23) hat sich spätestens seit dem Gastspiel der Roten Teufel bei Union Berlin die (Fußball-)Welt erheblich verändert. In der Bundeshauptstadt kam der 1,94 Meter große, kopfballstarke Mann, der eigentlich für die U 23 vorgesehen war, kurz vor Schluss zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz im Trikot der Pfälzer und nickte den Ball noch zum Endstand von 2:2 ins Netz.
Beim knappen 1:0-Erfolg danach gegen Paderborn durfte er als Profi zum ersten Mal richtig "Betze-Luft" schnuppern und absolvierte die letzten Minuten der Partie. "Für mich war es einfach ein fantastisches Gefühl, für einen der größten deutschen Traditionsvereine spielen zu dürfen. Und dann auch noch vor einer solchen Kulisse", sagte Deville.
Durch gute Leistungen im Training will er sich für weitere Einsätze anbieten. Er möchte Trainer Kosta Runjaic zeigen, dass er ein Mann ist, der das Stürmerproblem beim FCK lösen kann: "Ich will auf so viele Einsätze wie möglich kommen. Aber ich weiß auch, dass ich mich in vielen Bereichen sehr verbessern muss."
Runjaic bescheinigt Deville einen großen Ehrgeiz und Willen. Er sei ständig dabei, sich weiterzuentwickeln. "Seine Stärke ist das Kopfballspiel, aber er hat auch noch Seiten, an denen er arbeiten muss. Wir wollen jetzt nichts überstürzen, sind aber froh, dass wir einen Jungen mit dieser Perspektive zusätzlich im Kader haben", sagt der Trainer.
Devilles Landsmann Jeff Strasser kennt die Atmosphäre auf dem Betzenberg besser als der Jungspund. Von 1999 bis 2002 war der heute 40-Jährige ein Roter Teufel. Er bestritt 81 Bundesliga-Spiele für den FCK.
Ende August absolvierte er ein Praktikum im Trainerteam der Lauterer. Im Oktober wird er zurückkommen, um die gewonnenen Erkenntnisse erneut zu vertiefen. Seit vier Jahren ist Strasser Trainer bei Fola Esch, mit den Süd-Luxemburgern wurde er 2013 und 2015 Landesmeister.
Strasser hat alle Trainerlizenzen des DFB und lässt sich derzeit an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef zum Fußball-Lehrer ausbilden. "Ich will die höchste Qualifikation erreichen", sagt Strasser. Ein Traum sei natürlich die Bundesliga. Aber auch der Nachwuchsbereich in einem Verein mit einem großen Namen würde ihn reizen.
Der Luxemburger Fußball hat dank Deville und Strasser (wieder) einen guten Klang im Fritz-Walter-Stadion. jüb