Marcel, der Matchwinner

Der Aufwärtstrend hält an: Dank eines Treffers von Marcel Gaus in der 71. Minute und einer starken Abwehrleistung hat der 1. FC Kaiserslautern Union Berlin mit 1:0 (0:0) besiegt. Die nun folgende Länderspielpause passt nach dem dritten Erfolg in Folge nicht allen Lauterern ins Konzept.

Kaiserslautern. Dritter Sieg in Serie - und zum dritten Mal kein Gegentor: Kein Wunder, dass die beiden Lauterer Youngster Julian Pollersbeck und Robin Koch nach der kampfbetonten Partie gegen die bisher so offensivstarken "Eisernen" aus dem Berliner Stadtteil Köpenick mehr als zufrieden waren. "1:0-Erfolge sind mit die geilsten Siege, wenn man die Führung verteidigen und über die Zeit bringen muss", sagte FCK-Torhüter Pollersbeck. Der 22-Jährige musste einige schwierige Aufsetzer entschärfen, war aber ansonsten gar nicht so viel gefordert - zu sicher stand die Viererkette vor ihm. Bei der größten Union-Chance hätte er allerdings das Nachsehen gehabt: In der 22. Minute zirkelte Felix Kroos, der Bruder von Weltmeister Toni Kroos, einen 18-Meter-Freistoß genau ans Lattenkreuz. Glück für Pollersbeck, der sich bei "geilstem Fußballwetter" (Dauerregen) auf seine Vorderleute verlassen konnte. Sie ließen kaum etwas zu - einmal mehr überzeugte der erst 20-jährige Robin Koch in der Innenverteidigung. Er ließ sich auch in brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe bringen und bewies Zweikampfstärke. "Die drei Punkte sind das Wichtigste. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Torchancen als Union, Gott sei Dank haben wir eine davon genutzt", analysierte Koch die Partie nüchtern und sachlich. Das bisweilen hart geführte Kampfspiel riss die 21 446 Zuschauer auf dem Betzenberg erst in der Schlussphase von den Sitzen - zuvor lebte es von der Spannung. Beide Teams lauerten auf ihre Chance, um in Führung zu gehen. In der 71. Minute war es dann so weit: Bei einem schnellen Konter bediente Stieber auf der linken Angriffsseite Gaus, und der zog aus etwa 14 Metern flach ins lange Eck ab - das 1:0 für die Lauterer! "Ich habe den Ball direkt mit Risiko gegen die Laufrichtung genommen, es hat alles gepasst", freute sich Gaus über sein zweites Saisontor. Der 27-jährige Mittelfeldspieler sieht bei seiner Mannschaft eine positive Entwicklung: "Wir haben uns selbst aus dem Dreck gezogen, das hätte man vor drei Wochen noch nicht gedacht. Wir arbeiten momentan als Mannschaft gut, müssen uns aber in der Chancenverwertung noch verbessern." Damit spielte Gaus auf die "Hochkaräter" von Osawe (77.) und zweimal Przybylko (79./83.) an, die das entscheidende 2:0 auf dem Fuß hatten.
Hochzufrieden vor allem mit der zweiten Hälfte war FCK-Trainer Tayfun Korkut, der aber die Parole ausgab: "Es wird keine Euphorie geben. Wir wissen genau, wo wir vor zwei Wochen standen."
Die Roten Teufel haben ihren Rhythmus gefunden, werden aber jetzt durch die Länderspielpause ausgebremst. "Schade, dass es nicht direkt weitergeht, wir sind gerade so gut drauf. Hoffentlich geht es nach der Pause so weiter", sprach Patrick Ziegler den nach dem schwachen Saisonstart nun wieder begeisterten FCK-Fans aus der Seele.

Mehr von Volksfreund