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Fußball: Bezirksliga: Hochwald-SG baut Serie aus, sieben Tore in Schleid

Fußball : Bezirksliga: Hochwald-SG baut Serie aus, sieben Tore in Schleid

Fußball-Bezirksliga: SG Kyllburg mit knappem Heimerfolg gegen Enkirch, Geichlingen sorgt für Überraschung in Zewen.

SG Geisfeld – SG Wallenborn 2:0 (2:0)

Die Hochwald-SG bleibt zum achten Mal in Folge ungeschlagen und hat sich auf Rang drei vorgepirscht. Doch Spielertrainer Sven Gaspers bezeichnete den Dreier nicht als glanzvollen Sieg, sondern „ist in die Kategorie Arbeitssieg zu verbuchen. Das Ergebnis ist insgesamt verdient, doch das Spiel hatte eher ein schwaches Niveau von beiden Mannschaften. Die frühe Rote Karte gegen Duckart spielte uns in die Karten“, berichtete Gaspers, der anmerkt, dass „wir ohne den Platzverweis einige Probleme mehr bekommen hätten, weil Wallenborn bei langen Bällen und Freistößen stets gefährlich war.“ Nachdem Benny Duckart wegen vehementen Reklamierens in der 23. Minute Rot sah, war es Geisfeld vorbehalten, in der Folge mit einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten die Entscheidung zu erzwingen. Felix Michels erzielte mit einem Fernschuss die Führung (33.) und beim 2:0 drückte André Lochen den Ball nach einem Freistoß von Jonas Mart im Nachsetzen über die Linie (37.). Wallenborns Manuel Back sah wegen wiederholten Foulspiels kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte. Gästetrainer Peter Löw meinte, dass „drei krasse Fehlentscheidungen innerhalb von zwei Minuten das Spiel entschieden haben“ (siehe Bezi-Fokus rechts).

SV Schleid – SV Hetzerath 4:3 (3:2)

Sieben Tore, einen Platzverweis und ein in der vorletzten Minute erzieltes Siegtor zum 4:3 sahen die 170 Zuschauer in Schleid. Im Duell zweier Aufsteiger besaßen die Gäste durch Maik Elsen in der 16. Minute zunächst die Führungschance, doch Jens Freis im Schleider Kasten blieb im Eins-gegen-Eins Sieger, bevor Arthur Hartwick mit einem Kopfball den Schleider Torreigen (23.) eröffnete. Hetzerath gelang durch Luca Schütz der Ausgleich (26.). Weil „wir zweimal schlecht verteidigt haben, sind wir mit 1:3 schon aussichtslos zurück gewesen, haben uns aber Dank großer Moral und toller Mentalität wieder herangekämpft. Der eine Punkt wäre absolut verdient gewesen“, fand SVH-Trainer Michael Urbild. Nach Vorarbeit von Boris Niesen zimmerte Tim Hartmann die Kugel zum 2:1 ins lange Eck (35.) und als zwei Minuten später Nico Britz das 3:1 für den SVS erzielte, wog sich Schleid in trügerischer Sicherheit. Hetzerath kam mit dem 2:3 von Maik Elsen mit dem Halbzeitpfiff zurück (45.) und sorgte mit dem Ausgleich zum 3:3 durch einen direkt verwandelten Freistoß von Nico Schäfer (68.) für lange Gesichter aufseiten der Hausherren. Bevor Nicolas Hartmann wegen wiederholten Foulspiels mit der Ampelkarte (78.) die Partie verließ, hatte dessen Bruder Tim mit einem Freistoß an die Latte Pech (73.). Die Entscheidung reifte, als Aaron Matondo aus zwölf Metern aus der Drehung abzog und ins lange Eck zum Siegtreffer traf (89.).  Schleids Trainer Taner Weins sprach von einem „hinten raus glücklichen und dreckigen Sieg in Unterzahl.“

SG Kyllburg – SG Mont Royal Enkirch 2:1 (1:1)

Im Duell zweier Teams aus der unteren Tabellenhälfte zog sich die SG Kyllburg mit dem vierten Saisonsieg aus der akuten Problemzone. Das Schlusslicht legte zunächst mit einem Traumtor in der vierten Minute durch Leon Heimes vor, ehe Pierre Valerius nach einem Handspiel eines Enkirchers auf der Linie den fälligen Elfmeter zum 1:1 verwandelte (20.). Bis acht Minuten vor Schluss hielten die Moselaner das Remis, auch weil sie mit Marius Bach einen überragenden Schlussmann im Tor hatten. Bach entschärfte in der 60. Minute einen Foulelfmeter von Valerius, nachdem zuvor Daniel Robertz gefoult worden war. Schließlich sorgte Michael Nierobis in der 82. Minute für kollektive Kyllburger Glücksgefühle, als dessen 20-Meter-Schuss unhaltbar für Bach im Eck einschlug – 2:1 (82.). Während Kyllburgs Coach Roger Reiter von einem „mehr als verdienten und eminent wichtigen Sieg, weil wir Chancen für zwei Spiele hatten“ sprach, konstatierte Thomas Kappel auf Mont Royaler Seite, dass „ein Punkt so wichtig für die Moral und den Aufwand, den wir betrieben haben, gewesen wäre. Wir haben eine Reaktion auf das Zeltingen-Spiel (1:6) gezeigt und hätten ein Remis verdient gehabt“.

SV Lüxem – SV Rot-Weiss Wittlich 0:5 (0:4)

Das mit Spannung erwartete Stadtderby am Lüxemer Grünewald war bereits nach 33 Minuten entschieden. Zu diesem Zeitpunkt hatten Daniel Littau mit einem Doppelpack in der zweiten und zehnten Minute sowie Yannick Lauer, der ebenfalls einen Doppelpack schnürte, die Partie klargemacht für den Ligaprimus. Lüxem hatte zu keinem Zeitpunkt der Partie Zugriff auf die schnellen und variabel agierenden Offensivspieler der Rot-Weißen und war auch mental nicht in der Lage, Paroli zu bieten. So stellte Lüxems Trainer Oliver Hongla nach der Partie fest, dass „wir es in solchen Spielen gegen so spielstarke Gegner nicht auf die Reihe bekommen, unsere Mentalität auf den Platz zu bekommen. Die Art und Weise der Niederlage hat mich geärgert, weil wir Angsthasenfußball gespielt haben und vom Kopf her nicht bereit waren für RW“. Der Tabellenführer schaltete nach dem 4:0 im ersten Durchgang ein paar Gänge zurück und erzielte durch Kevin Arbeck noch den 5:0-Endstand. Zu allem Überfluss handelte sich auch noch Lüxems Torjäger Nils Thörner nach einer Unsportlichkeit den Gelb-Roten Karton ein (80.). „Die Niederlage ist auch in der Höhe absolut verdient, weil wir auch gar nicht erst in die Positionen gekommen sind, um Abschlüsse zu generieren.“

SG Ruwertal – TuS Schillingen 1:2 (1:1)

Einen am Ende glücklichen Sieg fuhr der TuS Schillingen im Derby gegen die SG Ruwertal ein. Vor knapp 200 Zuschauern auf der nach Thomm verlegten Partie – der Rasenplatz in Waldrach war von der VG wegen Unbespielbarkeit gesperrt worden – legte Schillingen durch Jannik Willems nach einem Eckball mit einem Linksschuss ins lange Eck bereits nach fünf Minuten vor – 0:1 (5.). Ruwertal fand nach 20 Minuten eine schnelle Antwort und kam nach einem Steckpass von Babacar Diop auf Philipp Hahn, der sich im Eins-gegen-Eins die Ecke aussuchen durfte, zum Ausgleich – 1:1 (20.). Weil er eine Notbremse an Torsten Schuh verursacht haben soll, sah Ruwertals Andreas Steffen nur drei Minuten später die glatt Rote Karte. Trotz der numerischen Unterzahl besaßen die Ruwertaler die besseren Chancen und hätten durchaus deutlich führen müssen, doch Karsten Willems gleich zweimal sowie Philip Kartz trafen bei Kopfbällen und Schüssen ans Lattenkreuz oder an den Pfosten nur das Aluminium. In der 89. Minute vergab Tim Jakobs aus sechs Metern unbedrängt den Siegtreffer für die SGR, als er dem Schillinger Torwart Marius Becker in die Arme schoss. So kam es, wie es kommen musste: Nach einem Konter über Leon Götten traf Tobias Anell mit dem ersten Kontakt mit der Pieke ins lange Eck zum 1:2. „Es ist bitter, nach so vielen Chancen und einer Schiedsrichterleistung, die ich nicht kommentieren möchte, wieder mit leeren Händen dazustehen. Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, bilanzierte SGR-Trainer Benny Leis, während sich TuS-Coach Sascha Freytag über „einen glücklichen Sieg“ freute, den „wir gerne mitnehmen“.

SV Zeltingen-Rachtig – SG Daleiden 2:3 (1:1)

Daleidens Spielertrainer Andres Theis sprach nach der intensiven und weitgehend ausgeglichenen Partie an der Zeltinger Brücke von einem „glücklichen, aber verdienten Sieg, weil wir einen Tick mehr wollten. Von den Spielanteilen wäre aber auch ein Unentschieden okay gewesen. Mit dem Sieg in Zeltingen und dem davor eingefahrenen Dreier gegen Schleid sind wir wieder in der Spur.“ Yannik Dietz brachte den SVZR nach 23 Minuten in Front, doch noch vor der Pause traf Musa Bah nach Flanke von Joschka Trenz zum Ausgleich (40.). Die Westeifeler kamen besser aus der Kabine und legten nach einer Rechtsflanke von Julian Propson durch Manuel Mombach das 2:1 vor, als dessen wuchtiger Kopfball im Eck einschlug – 1:2 (50.). Weil Zeltingen seine Offensivbemühungen verstärkte, setzte Dietz die Kugel folgerichtig mit seinem Treffer zum 2:2 in die Maschen (60.). Nach einer Spielverlagerung von Trenz, als der Mittelfeldspieler der Gäste gekonnt auf Mombach zurücklegte, traf der SG-Stürmer in der 68. Minute zum umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Westeifeler. In der 85. Minute sah ein Zeltinger wegen wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Zeltingens Florian Blesius nach einem Eckball aus zehn Metern das 3:3 auf dem Fuß, verzog jedoch.  

SG Zewen – SG Geichlingen 0:2 (0:1)

Eine Überraschung sahen die Zuschauer in Zewen. Nach einer couragierten, vor allem aber defensivstarken Vorstellung sicherte sich die SG Geichlingen ihren zweiten Saisonsieg und sendete nach dem Trainerwechsel ein starkes Signal an die Konkurrenz. Nach Balleroberung von Tim Nottinger ging es in der 17. Minute ganz schnell. Zewens Sahel Djedda konnte Nottinger nur mit regelwidrigen Mitteln vom Ball trennen. Den fälligen Foulstrafstoß versenkte Nils Trierweiler trocken zum 0:1. Noch im ersten Abschnitt hatte Zewens Carsten Hein die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch der brachte die Kugel im Eins-gegen-Eins nicht an Thomas Prinz vorbei. Zewen brachte auch im zweiten Durchgang nicht „annähernd das Leistungsniveau, das wir gewöhnt sind. Das war von A bis Z ein rabenschwarzer Tag, den wir erwischt haben. Wir spielten ohne Ideen, ohne Tempo und ohne spielerischen Zuschnitt. Wir waren vorn zu harmlos und haben völlig verdient verloren“, zog SG ZIL-Trainer Patrick Zöllner ein enttäuschendes Fazit. Nach einem weiten Einwurf von Peter Pott schaltete David Lorang am schnellsten und brachte mit einem Lupfer über Zewens Torwart Dominik Wintersig hinweg die Kugel zum zweiten Mal im Zewener Kasten unter – 0:2 (64.). „Wir haben das System etwas umgestellt, standen etwas tiefer und sind über Konter gefährlich geworden. Das war von der ersten bis zur 90. Minute eine taktisch disziplinierte Leistung. Wir haben eine tolle Reaktion auf die letzten schwachen Spiele gezeigt“, freute sich Interimsspielertrainer Andreas Hartmann über drei nicht eingeplante Punkte. (L.S.).