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Bundesliga spielt auf Bewährung: Hohe Auflagen beim Neustart

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Bundesliga spielt auf Bewährung: Hohe Auflagen beim Neustart

Was die früheren Bundesliga-Größen Hans-Peter Briegel und Klaus Toppmöller von Geisterspielen halten und wie streng die Vorschriften für Profis und Trainer sind.

Jetzt geht’s los – endlich! Oder neigen Sie eher zur rhetorischen Frage: Jetzt schon – geht’s noch? So oder so: Am Samstag wagt die Fußball-Bundesliga wieder die Rückkehr in den etwas anderen Alltag, gut zwei Monate nach der coronabedingten Pause. Es ist ein Comeback, das international mit großem Interesse verfolgt wird. Mit „Normalbetrieb“ hat es aber nur bedingt zu tun: Nicht nur, weil das Revierderby Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr) wie auch alle anderen Partien ohne Fans im Stadion über die Bühne gehen muss.

Auch das angepasste Regelwerk und die strengen Hygienevorgaben werden im Fokus stehen. Hält sich jeder Spieler daran? Jede Infektion mit dem Corona-Virus könnte die Fortsetzung der Saison gefährden, die bis zum 30. Juni abgeschlossen sein soll. Für DFL-Chef Christian Seifert geht’s ums Ganze: An den Fernseh-Millionen hänge die Existenz der Liga in ihrer derzeitigen Form.

Hans-Peter Briegel, Europameister von 1980, will sich erst mal wieder überzeugen lassen. „Ich schaue mir die Live-Übertragung der Erst- und Zweitligaspiele an und entscheide dann, ob ich das auch in den Wochen danach tun werde“, sagt der 64-Jährige. Geisterspiele habe er schon als Aktiver und als Trainer erlebt. Das Problem: die fehlende Atmosphäre. „Hinzu kommt jetzt bei den Spielen in der 1. und 2. Liga, dass sich alle an die Hygienevorschriften zu halten haben, nicht abklatschen dürfen. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig, weil man sich ja auch noch auf das Spiel konzentrieren muss“, sagt Briegel. Immerhin: Einen Tag vor den ersten Geisterspielen wurde die Maskenpflicht für Trainer aufgehoben. „Durch einen Mund-Nasen-Schutz würde ihre Tätigkeit als Trainer – inklusive der Erteilung von Anweisungen sowie angewandter Mimik und Gestik – erheblich eingeschränkt“, sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken.

Mit großer Vorfreude geht der frühere Bundesliga-Trainer Klaus Toppmöller ins Restprogramm: „Es wird höchste Zeit, dass wieder etwas Bewegung in den Alltag kommt“, sagt der Rivenicher. Wenig Verständnis hat Toppmöller für das Verhalten von Trainer Heiko Herrlich, der für einen Eklat sorgte: Der frühere Nationalspieler muss seine Premiere als Augsburger Coach um eine Woche verschieben – weil er im Supermarkt Zahnpasta und Hautcreme kaufte und damit gegen die Quarantäne-Bestimmungen der Bundesliga-Teams verstoßen hat. Das Kuriose daran: Herrlich hatte bei einer Pressekonferenz auf seinen Fauxpas aufmerksam gemacht und sich später selbst für das Spiel am Samstag gegen Frankfurt suspendiert.

ARCHIV - 09.02.2019, Sachsen, Leipzig: Fußball: Bundesliga, 21. Spieltag, RB Leipzig - Eintracht Frankfurt in der Red-Bull-Arena Leipzig. Blick in das noch leere Stadion. Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga bleibt wegen der Corona-Pandemie bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. (zu dpa: «Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April») Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance/dpa/Jan Woitas
ARCHIV - 01.07.2013, Berlin: Das Stadion des 1. FC Union Berlin, Alte Försterei, mit der damals neuen Zuschauertribüne (r) und den Logen. Das Fußballbundesliga-Spiel 1. FC Union Berlin gegen FC Bayern München am Samstag in Berlin soll nun doch ohne Zuschauer ausgetragen werden. Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance/dpa/Soeren Stache
ARCHIV - 15.06.2018, Bremen: Die Luftaufnahme zeigt das Weserstadion. (zu dpa "Werders Auflagen: Geschirr abräumen, Fieber messen, Ellbogen-Jubel") Foto: Carmen Jaspersen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance/dpa/Carmen Jaspersen
Blick auf das Spielfeld und eine Tribüne, aufgenommen am 05.07.2015 in Sinsheim (Baden-Württemberg) in der Rhein-Neckar-Arena beim Trainingsauftakt des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Foto: Uwe Anspach/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance / dpa/Uwe Anspach
ARCHIV - Innenansicht des leeren Fußballstadions in Frankfurt am Main, aufgenommen am 15.07.2011. Das Stadion (Kapazität: 48 000 Plätze) war Spielort der WM 2006 und bereits 1974 dabei (damals noch als Waldstadion). (zu dpa "Frühe Eigenwerbung für EM-Stadien - DFB sucht zehn Arenen für 2024" am 30.01.2017) Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance / Arne Dedert/d/Arne Dedert
ARCHIV - 06.03.2013, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Rasenmäher fährt in der Esprit Arena über den Rasen. (zu dpa-Meldung: «Die möglichen deutschen EM-Spielorte 2024» vom 26.09.2018) Foto: Caroline Seidel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance/dpa/Caroline Seidel
ARCHIV - 12.03.2020, Bayern, Augsburg: Michael Ströll, Geschäftsführer des FC Augsburg, steht in der WWK-Arena. (zu dpa «FC Augsburgs Geschäftsführer Ströll: Bis Juni nicht insolvenzbedroht» am 07.04.2020) Foto: Stefan Puchner/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance/dpa/Stefan Puchner
ARCHIV - Das Rhein-Energie Stadion fotografiert, am 16.08.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen). (zu dpa vom 11.02.2017) Foto: Oliver Berg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: picture alliance / Oliver Berg/d/Oliver Berg

Eine Zwangspause wegen unerlaubten Zahnpasta-Einkaufs? Das hätte vor Corona-Zeiten noch nach schlechtem Scherz geklungen. Wie ernst derlei Verstöße jetzt zu sehen sind, machte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder deutlich: „Sollte es mehrere solcher Fälle geben, steht die Liga enorm in der Bewährungsprobe. Ich kann nur mahnen: Das ist kein Spaß“, sagte Söder der Bild-Zeitung. Wie viel Spaß die Bundesliga-Rückkehr machen wird? Auf einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung kann die Liga aktuell nicht bauen: Laut einer Umfrage im ARD-Morgenmagazin sind 56 Prozent gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs an diesem Wochenende.