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Topspiel in Dortmund
Die Werkself will wieder ihr Liga-Gesicht zeigen

 Trug zuletzt die Kapitänsbinde anstelle des verletzten Lars Bender: Bayer-Angreifer Kevin Volland.
Trug zuletzt die Kapitänsbinde anstelle des verletzten Lars Bender: Bayer-Angreifer Kevin Volland. FOTO: REUTERS / WOLFGANG RATTAY
Das Aus gegen Krasnodar abhaken und in Dortmund punkten – das ist nicht nur Kevin Vollands Rezept, um den Pokalfrust zu überwinden. Von Dorian Audersch und Sebastian Bergmann

Kurz nachdem das Heimspiel gegen Krasnodar abgepfiffen und Bayers Aus in der Europa League besiegelt war, trat Kevin Volland die Flucht nach vorne an. Es sei zwar „saubitter“, dass die Werkself nach dem 1:1 gegen den russischen Klub die europäische Fußballbühne vorerst verlassen habe, aber es bleibe auch nicht viel Zeit, sich mit der mageren Vorstellung in der halbleeren BayArena zu beschäftigen. Bereits am Sonntag (18 Uhr) geht es in der Liga bei Borussia Dortmund weiter – und womöglich kommt das Spiel gegen den Tabellenführer für Bayer 04 gerade Recht, um den Pokalfrust hinter sich zu lassen.

Bereits nach dem 1:2 in Heidenheim geriet die folgende Partie gegen Mainz zu einem 5:1-Spektakel. „In der Bundesliga zeigen wir ein anderes Gesicht“, betont Volland. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir das auch durchziehen und uns in den nächsten Spielen so fokussieren, dass wir den ein oder anderen Platz nach oben rutschen.“ Gemeint ist der ersehnte vierte Tabellenplatz, der die Teilnahme an der Champions League sichert und derzeit noch von RB Leipzig mit fünf Punkten Vorsprung belegt ist. Geht es nach Volland und seinen Teamkollegen, soll die mit der Rückrunde begonnene Aufholjagd auch in Dortmund weitergehen.

Allerdings sind die Erinnerungen an den letzten Auftritt der Werkself noch lebendig. Sie taugen nicht als Mutmacher. Auch in der Höhe verdient unterlag das damals noch von Heiko Herrlich trainierte Team mit 0:4 – eine Pleite, die in der Endabrechnung sehr viel dazu beigetragen hat, dass Bayer 04 den vierten Platz an Dortmund verloren hat. Volland erwartet nicht nur basierend auf dieser Erfahrung ein schwieriges Spiel. „Sie haben auch ein bisschen Druck“, sagt er mit Blick auf den zunehmend schmelzenden Vorsprung des Tabellenführers auf den Verfolger FC Bayern München.

Trainer Peter Bosz, der im Winter 2017 als Trainer des BVB scheiterte, hat die Fehler aus dem Auftritt gegen Krasnodar analysiert und mit seinen Spielern besprochen. Der Niederländer findet klare Worte, um die Partie zu umschreiben. „Das war das Schlechteste, das ich bisher von uns gesehen habe“, betont der 55-Jährige. „Aber jetzt richtet sich unser Fokus auf das Spiel in Dortmund.“ Dass auch er in den vergangenen Wochen vor allem in den Pokalspielen Fehler gemacht habe, räumt Bosz in der ihm eigenen entwaffnenden Offenheit ein. „Ich glaube, es gibt keinen Menschen ohne Fehler. Aber nur wenn ich aus ihnen lerne, kann ich ein besserer Trainer werden.“

Entwarnung gab der Coach bei Kai Havertz, der gegen Krasnodar bei einem Kopfball mit einem Gegenspieler heftig zusammengeprallt war und länger behandelt werden musste. „Es geht ihm gut. Er hatte ein bisschen Kopfschmerzen, aber die hatte ich in der Nacht nach dem Spiel auch.“ Sven Bender stand bereits gegen Krasnodar wieder im Kader und ist ein Startelfkandidat. Sein Bruder Lars hat am Freitag erstmals wieder mit dem Team trainiert und könnte nach überstandenem Faserriss ins Team zurückkehren.