| 20:44 Uhr

Eine Woche bis zum Rückrunden-Start
Kommt Borussia rechtzeitig aus dem Quark?

 Lars Stindl im Testspiel gegen Standard Lüttich.
Lars Stindl im Testspiel gegen Standard Lüttich. FOTO: Dirk Päffgen
In der Hinrunde der Bundesliga stellte die Borussia ihre Gegner vor allem mit der schnellen Offensive vor Probleme. Im Trainingslager war zuletzt von diesen Qualitäten aber wenig zum sehen. Und bis zum Start der Rückrunde ist es nicht mehr lange. Von Sebastian Hochrainer

Nur noch eine Woche lang hat Borussia Zeit, um wieder zu dem Team zu werden, das es vor der Winterpause war. Gerade die Offensive, mit 33 Treffern die zweiterfolgreichste der Bundesliga, war dort gefürchtet. Weil die Gladbacher mit ihrem schnellen Spiel die gegnerische Abwehr häufig vor unlösbare Aufgaben stellte. Doch in den bisherigen Testspielen des Jahres 2019 zeigten die Borussen nur sehr wenig dieser Qualitäten. Die zurück zu erlangen ist auch für Trainer Dieter Hecking die größte Aufgabe bis zum Rückrundenauftakt am 19. Januar, wenn Gladbach bei Bayer 04 Leverkusen ran muss.

„Wir sind noch nicht in dem Modus, den wir brauchen. Wir müssen wieder schneller spielen. Wir passen zu häufig nach hinten, daher haben wir auch kein Tempo im Spiel nach vorne. Dabei hat uns das vor der Winterpause ausgezeichnet. Daran werden wir in dieser Woche noch arbeiten müssen“, sagt Hecking. Die Frage ist nur: Kommt seine Borussia noch rechtzeitig aus dem Quark? „Wir werden sehen, ob die Woche dafür reichen wird. Wir hatten einige Spieler, die verletzt waren und nun zurück sind. Man sieht, dass ihnen noch etwas fehlt. Auch in den Zweikämpfen müssen alle Spieler noch zulegen. Das gehört auch dazu, dass wir das gesamte Spieltempo deutlich erhöhen müssen“, sagt der Gladbacher Coach.

Denn bei der 0:2-Niederlage gegen den spielstarken Gegner Standard Lüttich lahmte nicht nur die Borussia-Offensive, sondern auch das Pressing des Bundesligadritten wurde immer wieder mit Leichtigkeit ausgespielt. Weil den Spielern noch das Timing, die Aggressivität und die Schnelligkeit fehlt, um Ballverluste in gefährlichen Räumen beim Gegner zu provozieren. Stattdessen waren die Borussen einfach meist einen Tick zu spät dran. „Das war noch nicht, wie wir es brauchen. Vom Anlauftempo war das auch nicht so, wie wir es zuvor im Training gezeigt haben“, sagt Hecking. Sein Versprechen lautet aber: „Gegen Leverkusen werden wir sicherlich anders auftreten.“

Anstatt sich nach dem intensiven Trainingslager zu erholen, muss seine Mannschaft am Sonntag beim Telekom-Cup in Düsseldorf ran. „Wir haben dieses Turnier zu spielen. In welcher Art und Weise wir das machen, wissen wir noch nicht“, sagt Hecking, der ganz offensichtlich überhaupt nicht angetan ist von der Teilnahme an dem Vorbereitungsturnier. Zu nah liegt der Termin am Trainingslager in Jerez de la Frontera. Zu sehr bräuchten er und seine Spieler diesen Tag zur Regeneration, um ab Montag in der letzten Trainingswoche vor dem Rückrundenstart dafür zu sorgen, dass seine Borussia rechtzeitig aus dem Quark kommt.