| 08:01 Uhr

Triple-Traum lebt
Bayern nach 6:2 in Leverkusen im Pokalfinale

Leverkusen. Der FC Bayern München steht zum 22. Mal im Endspiel um den DFB-Pokal. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes siegte am Dienstag bei Bayer Leverkusen 6:2 (2:1). Sebastian Bergmann

Der FC Bayern München steht zum 22. Mal im Endspiel um den DFB-Pokal. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes siegte am Dienstag bei Bayer Leverkusen 6:2 (2:1).

Keine zehn Minuten waren in der BayArena gespielt, da stimmten die Anhänger des FC Bayern München bereits ihre gewohnten Fangesänge an. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", schallte es überdeutlich aus dem Gästebereich. Verübeln konnte es den erfolgsverwöhnten Fans aus dem Süden niemand. Schließlich lag das Team von Trainer Jupp Heynckes zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0 in Führung.

Durch ihren Kapitän Lars Bender schöpfte Bayer 04 zwar noch einmal Hoffnung, doch spannend blieb es lediglich bis zur Pause. Der erhoffte Coup der Leverkusener blieb aus. München siegte am Ende auch in der Höhe verdient mit 6:2 (2:1) und stellte damit einmal mehr seine Ausnahmestellung im deutschen Fußball unter Beweis. Während die Bayern nun am 19. Mai in Berlin die Chance auf ihren 19. Triumph im Pokal haben, muss Leverkusen weiter auf seinen zweiten Titel in diesem Wettbewerb nach 1993 warten.

"Wir waren sehr effektiv, die Mannschaft hat sehr gut zusammengearbeitet. Wir haben uns das redlich verdient, die Mannschaftsleistung war super", sagte Müller in der ARD: "Aber natürlich wollen wir mehr. Wir spüren, dass etwas geht." Der starke Bayern-Torwart Sven Ulreich ergänzte: "Wir freuen uns riesig, dass wir in Berlin sind. Ich glaube, wenn man so weit kommt wie wir, dann will man auch die Pokale. Wenn wir so auftreten wie heute, wird es auch für Real schwer."

Bayer-Coach Heiko Herrlich hatte im Vergleich zum 4:1-Erfolg am Samstag gegen Frankfurt zwei Änderungen in der Startformation vorgenommen: Für den zuletzt formschwachen Leon Bailey rückte Karim Bellarabi in die erste Elf, der nach überstandenen muskulären Problemen genesene Jonathan Tah ersetzte Benjamin Henrichs in der Viererkette. Die Gäste aus München schickten ebenfalls ihre vermeintlich stärkste Elf ins Rennen.

Bayern erwischen Blitzstart

Das bereits als Meister feststehende Team des FCB erwischte in der mit 30.210 ausverkauften BayArena einen Blitzstart. Den Kopfball von Thomas Müller konnte Leverkusens Schlussmann Bernd Leno noch abwehren, beim Nachschuss von Javi Martinez war der 25-Jährige dann aber machtlos (3.). Kevin Volland hätte beinahe postwendend geantwortet, scheiterte jedoch per Kopf am stark parierenden Bayern-Torwart Sven Ulreich (5.). Als Robert Lewandowski nach einer Hereingabe des auf der linken Seite wirbelnden Routiniers Franck Ribéry kurz darauf das 2:0 erzielte (9.), schienen alle Leverkusener Träume auf das erste Endspiel seit 2009 aus Bayer-Sicht bereits verflogen.

Kapitän Lars Bender schenkte den Anhängern von Bayer 04, die ihr Team trotz des Münchner Traumstarts unvermindert anfeuerten, mit seinem Kopfballtor in der 16. Minute neue Hoffnung. Leverkusen war nun besser in der Partie - auch, wenn die altbewährte Flügelzange des FCB um Ribéry und Arjen Robben den Abwehrspielern der jungen Werkself weiter größte Mühen bereitete. Bei Bellarabis Schuss aus der Distanz musste sich Ulreich im Tor des FCB mächtig strecken (37.).

Herrlich stellte in der Pause um, brachte Angreifer Bailey für Linksverteidiger Panagiotis Retsos und setzte auf mehr Offensive. Der Start in die zweite Hälfte begann dann auch vielversprechend, doch das 3:1 durch Thomas Müller bremste die Euphorie unter dem Bayer-Kreuz deutlich (52.). Die Bayern setzten nun konsequent nach und kamen durch Thiago (60.) und erneut Müller (64.) zu weiteren Toren. Leverkusen schlitterte auf ein Debakel zu.

Der eingewechselte Bailey verkürzte mit einem sehenswerten Freistoßtreffer zwischenzeitlich auf 2:5 (72.), doch dass die Münchner an diesem Pokalabend mindestens zwei Nummern zu groß für die junge Werkself waren, unterstrich erneut Müller. Der Weltmeister von 2014 erzielte in der 78. Minute seinen dritten Treffer für die es nun gemächlicher angehenden Münchner.

Dass es zumindest beim halben Dutzend Treffern der Münchner blieb, lag vor allem an Leno, der in der Schlussphase mit einigen guten Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte. Während die Bayern nun ihren Fokus auf die Champions League legen können, geht es für die Werkself in der Schlussphase der Liga darum, den dritten Tabellenplatz zu verteidigen. Am Samstag gastiert die Herrlich-Elf beim Vierten Borussia Dortmund.