Die spannende Lage in der Bundesliga

Wer wird Herbstmeister? : Die spannende Lage in der Bundesliga

Bayern München vor Borussia Dortmund und RB Leipzig: So sieht die Tabellenkonstellation aus, mit der wohl die meisten Fußballfans am Ende der aktuellen Bundesliga-Saison rechnen.

Einige haben wohl auch Wetten darauf abgeschlossen, dass die Dortmunder Borussia einen erfolgreichen Angriff auf die Meisterschaft starten kann. Wer sich aber jetzt, nachdem sieben Spieltage absolviert sind, die Tabelle anschaut, der wird einigermaßen überrascht sein. Die Bayern sind nicht an der Spitze, Borussia Dortmund nicht einmal in der Nähe. Stattdessen thront Borussia Mönchengladbach auf dem ersten Rang und wird momentan vom VfL Wolfsburg verfolgt. Erst an dritter Stelle findet sich der Branchenprimus aus München, der sich in einer so frühen Phase der Saison schon überraschend viele Ausrutscher erlaubt hat. Auf ein glückliches 2:2-Unentschieden gegen Hertha BSC am ersten Spieltag und eine Punkteteilung in Leipzig in der vierten Runde folgte jüngst eine 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim in der Allianz Arena. Experten sind sich jedoch einig, dass lediglich die Ergebnisse ungünstig für die Bayern ausgefallen sind, die Spielweise aber größtenteils zufriedenstellend war. Schließlich hat der Rekordmeister eine seit Jahren eingespielte Mannschaft, die im Sommer mit namhaften Neuzugängen wie dem brasilianischen Dribbler Philippe Coutinho und den französischen Weltmeistern Lucas Hernández und Benjamin Pavard verstärkt wurde. Deshalb ist auch recht fest damit zu rechnen, dass die Münchner sich nicht mit dem derzeitigen dritten Rang zufriedengeben und bis zum Schluss um die Meisterschale kämpfen werden.

Ob das bei Borussia Dortmund auch der Fall ist, darf nach aktuellem Stand allerdings bezweifelt werden. Drei Mal hintereinander musste der BVB zuletzt mit einem 2:2 vorliebnehmen und liegt damit momentan auf dem achten Tabellenrang. Dass dies nicht gerade den Erwartungen des Ruhrpott-Clubs entspricht, dürfte klar sein. Schließlich haben die Verantwortlichen vor der Saison die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Der Kader spricht dafür, dass dies durchaus realistisch ist und keine Luftschlösser gebaut wurden. Mit Jadon Sancho, Rafaël Guerreiro, Julian Brandt und Co. haben die Dortmunder einige extrem talentierte Spieler unter Vertrag, die dank Mittelfeldmotor Axel Witsel und Rückkehrer Mats Hummels auch die nötige Führung erhalten. Dennoch sind die Borussen schon nach sieben Spieltagen aus dem Tritt geraten. Nicht wenige Beobachter sehen den BVB-Trainer Lucien Favre als Hauptverantwortlichen für diese frühe Schwächephase an. Der Schweizer gilt als taktisch wenig flexibel, außerdem ist er kaum in der Lage, seine Mannschaft in kritischen Phasen einer Partie zu motivieren. Es wird spannend zu sehen sein, ob Dortmund angesichts von nur vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Gladbach noch die Aufholjagd schafft.

Nur zwei Punkte hinter den Gladbachern befinden sich Leipzig und Leverkusen in Lauerstellung. Beide Teams wurden vor der Spielzeit als Geheimtipps auf die Meisterschaft gehandelt. Vor allem RB Leipzig trauten viele Fans einen Angriff auf den Serienmeister aus München zu. Das beste Argument steht bei den Ostdeutschen seit dem Sommer an der Seitenlinie: Julian Nagelsmann, der von der TSG Hoffenheim geholt wurde. Mit seinen 32 Jahren hat Nagelsmann bereits seine enormen Fähigkeiten als Trainer unter Beweis gestellt, in Leipzig will und soll er nach Titeln greifen. Angesichts der derzeitigen Tabellenlage ist dies schon in der aktuellen Saison nicht ausgeschlossen.

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