Die teuersten Sommertransfers der Bundesliga

Transferfenster geschlossen : Die teuersten Sommertransfers der Bundesliga

In der Bundesliga werden mittlerweile utopische Summen für Kicker. Am 2. September um 18 Uhr schloss in den meisten europäischen Ligen das Transferfenster, seitdem sind keine Wechsel mehr möglich. Beste Gelegenheit also, sich die teuersten Transfers anzuschauen, die die Bundesligisten im Sommer getätigt haben.

Bei den Zugängen steht der Branchenprimus Bayern München gleich doppelt an der Spitze. Für den französischen Weltmeister Lucas Hernández zahlte er 80 Millionen Euro an Atlético Madrid und stellte damit einen neuen Rekord auf. Noch nie hat ein Club aus der Bundesliga so viel Geld für einen Spieler bezahlt. Die bisherige Bestmarke lag bei 43 Millionen Euro, die der VfL Wolfsburg im Sommer 2016 für Julian Draxler an den FC Schalke 04 überwiesen hat. Nicht ganz an diese Summe reichen die 35 Millionen Euro heran, die die Bayern vor einigen Monaten für Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart bezahlt haben. Der Franzose liegt damit auf dem zweiten Platz der teuersten Neuzugänge des Sommers. Bei der WM 2018 war Pavard Stammspieler in der französischen Nationalmannschaft und gewann mit ihr den Pokal. Bei den Stuttgartern lief es dagegen alles andere als gut, stieg Pavard doch mit den Schwaben in die zweite Liga ab. Allerdings war schon Monate vor dem Abstieg bekannt, dass der Verteidiger per Ausstiegsklausel zu den Bayern wechseln würde.

An dritter Stelle der Liste aller Bundesliga-Neuzugänge des Sommers folgt Kerem Demirbay, der die TSG Hoffenheim für 32 Millionen Euro in Richtung Bayer Leverkusen verlassen hat. Der zentrale Mittelfeldspieler glänzte in der vergangenen Saison mit guten Leistungen sowie vier Toren und neun Vorlagen für die Hoffenheimer. Auf Platz vier der Liste liegt der Rückkehrer Mats Hummels - noch. Denn Borussia Dortmund hat für den Innenverteidiger zwar 30,5 Millionen Euro an Bayern München überwiesen, diese Summe kann durch Bonuszahlungen allerdings auf bis zu 38 Millionen Euro steigen. Auch die Plätze fünf, sechs, sieben und acht werden von Spielern eingenommen, die Borussia Dortmund frisch eingekauft hat. Thorgan Hazard, Nico Schulz (jeweils 25,5 Millionen Euro), Julian Brandt (25 Millionen) und Paco Alcácer (21 Millionen) sollen den BVB auf Augenhöhe mit Bayern München bringen und zur ersten Meisterschaft seit acht Jahren führen. So mancher Bundesliga-Fan hat seinen Sportwetten Bonus dafür genutzt, auf Borussia Dortmund als künftigen Titelträger zu setzen, weil die Transfers so überzeugend waren.

Auch für die Spieler, die die Bundesligisten im Sommer verlassen haben, wurden hohe Summen gezahlt. Die größte waren dabei die 60 Millionen Euro, für die Eintracht Frankfurt seinen Stürmer Luka Jovic zu Real Madrid hat gehen lassen. Der Serbe gehörte dem Offensiv-Trio an, das in der vergangenen Saison 41 der 60 Ligatore der Eintracht erzielt hatte. Jovic selbst hatte mit 17 Treffern die meisten auf dem Konto und nahm damit hinter Robert Lewandowski (Bayern München) und Paco Alcácer (Borussia Dortmund) den dritten Platz in der Torschützenliste der Bundesliga ein. Unvergessen bleibt das 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf Mitte Oktober 2018, in dem Jovic fünf Tore erzielte. Mit dem Stürmer verließen auch die anderen beiden Offensivkräfte Sébastien Haller und Ante Rebic die Eintracht, wobei der Verkauf von Haller an West Ham United immerhin 40 Millionen Euro in die Kasse der Frankfurter spülte. Der Franzose ist damit der drittteuerste Abgang aus der Bundesliga in diesem Sommer. Vor ihm liegt noch der Brasilianer Joelinton, der die TSG Hoffenheim für 44 Millionen Euro in Richtung Newcastle United verließ. In allen Wettbewerben - Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League - schoss Joelinton in der vergangenen Saison elf Tore und bereitete weitere neun vor. Auf dem vierten Platz der Bundesliga-Abgänge des Sommers befindet sich Abdou Diallo, den sich Paris Saint-Germain 32 Millionen Euro kosten ließ. Der abgebende Verein Borussia Dortmund kann durch Bonuszahlungen sogar noch zwei Millionen Euro mehr für den Innenverteidiger kassieren. Diallo hatte sich dem BVB erst im Sommer 2018 angeschlossen, war jedoch unzufrieden damit, dass er vor allem auf der linken Außenbahn eingesetzt wurde. Die Plätze fünf bis neun werden von den bereits erwähnten Spielern Kerem Demirbay, Mats Hummels, Thorgan Hazard, Nico Schulz und Julian Brandt belegt, die innerhalb der Bundesliga gewechselt waren.

Die höchsten Ausgaben unter den Bundesligisten hatte im Sommer der FC Bayern, der rund 144 Millionen Euro in seinen Kader investierte. Gefolgt werden die Münchner von der Borussia aus Dortmund, der die neuen Spieler etwa 128 Millionen Euro wert waren. Rund 70 Millionen Euro gab Eintracht Frankfurt für Sommertransfers aus, 61 Millionen Euro waren es bei Bayer Leverkusen. Die höchsten Einnahmen verzeichnete die TSG Hoffenheim im Sommer - nicht zuletzt dank der Verkäufe von Demirbay und Joelinton. Frankfurt verdiente etwa 102 Millionen Euro, woran Jovic und Haller einen nicht unerheblichen Anteil hatten. Borussia Dortmund konnte seine hohen Ausgaben mit ähnlich guten Verkäufen halbwegs ausgleichen und nahm im Sommer rund 74 Millionen Euro ein. Der FC Bayern verkaufte Spieler im Wert von 54 Millionen Euro.

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