Diese Erkenntnisse bringt der Supercup

Deutscher Klassiker : Diese Erkenntnisse bringt der Supercup

Traditionell spielt vor dem Saisonbeginn der amtierende Meister gegen den Pokalsieger um den Supercup der DFL. Wenn der deutsche Meister allerdings das Double holt, also ebenfalls das DFB Pokalfinale gewonnen hat, rückt der Vizemeister in diesem Spiel nach.

So war es auch bei der diesjährigen Auflage der Fall, sodass die Fans bereits vor dem Ligastart den ersten "Deutschen Klassiker" der Saison verfolgen durften. Letztlich setzte sich die Borussia mit 2:0 durch und sorgte für das erste Ausrufezeichen der Spielzeit. Wir blicken auf den Supercup und schauen, welche Lehren aus dem Spiel gezogen werden können.

Der BVB steht bereit

Wenn am Ende der Vorbereitung der amtierende und der Vize-Meister in einem Pflichtspiel aufeinandertreffen, kann man bereits von einem echten Härtetest noch vor Saisonbeginn sprechen. Kein Wunder also, dass beide Teams mit ihren Topmannschaften aufgetreten sind. Zwar musste die Borussia auf drei essenzielle Neuzugänge verzichten - sowohl Mats Hummels als auch Thorgan Hazard und Julian Brandt mussten verletzt passen - dennoch bot Lucien Favre eine konkurrenzfähige Mannschaft. Eine stabile Defensive um Toprak und Akanji sowie das blitzschnelle Umschaltspiel waren die Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Von Beginn an setzte die schwarzgelbe Offensive die Abwehr der Bayern unter Druck und kam schnell zu Torchancen. So ging es noch torlos in die Halbzeit, im zweiten Spielabschnitt drehten die Gastgeber aber noch einmal auf. Zwar ist der FCB bei den Sportwettenanbietern auch nach dieser Niederlage immer noch der große Favorit auf die Meisterschale, allerdings hat der BVB gezeigt, dass auch mit ihm zu rechnen ist.

Sancho überzeugt in Halbzeit zwei

Während der Shooting Star der vergangenen Saison, Jadon Sancho, in der ersten Halbzeit noch recht glücklos agierte und mehrere falsche Entscheidungen traf, trumpfte er in den zweiten 45 Minuten wieder einmal auf. Kurz nach dem Wiederanpfiff setzte er zum Solo gegen Boateng, Alaba und Thiago an, nur um den Ball im entscheidenden Moment auf Paco Alcacer querzulegen, der zum 1:0 einnetzte. Für das 2:0 sorgte Sancho ebenfalls nach einem kurzen Antritt selbst. Zwar ist der Konkurrenzkampf in der Offensive durch die Verpflichtungen von Brandt und Hazard nicht gerade kleiner geworden, wenn er seine Leistungen bestätigen kann, dürfte der junge Engländer gesetzt sein.

Zu viele Ballverluste beim deutschen Meister

Im Gegensatz zum schnellen Offensivspiel der Borussia fielen die Bayern mit unsauberen Pässen und daraus resultierenden Ballverlusten auf. Bereits in der ersten Hälfte waren es Stellungsfehler und Fehlpässe, die immer wieder zu gefährlichen Situationen für die Bayern führten. Auch vor dem ersten Gegentreffer leistete sich Thiago einen folgeschweren Aussetzer, aus dem letztlich Alcacers Führungstor resultierte. Bei einem Blick auf die Statistiken wird deutlich, dass den Bayern keine richtigen Lösungen eingefallen sind. Zwar dominierten sie die Partie in Sachen Ballbesitz mit knapp 65 Prozent, doch wirklich Kapital schlagen konnten sie daraus nicht. Insgesamt machte die Borussia einen aggressiveren Eindruck, was sich an den Zweikampfwerten am Boden und in der Luft ablesen lässt.

Im Vorfeld spielten die Verantwortlichen beider Vereine die Bedeutung des Supercups für die kommende Saison herunter, allerdings hat das Spiel gezeigt, dass vor allem für die Bayern noch ordentlich etwas auf dem Programm steht. Die Spannung steigt!

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