Rückblick auf eine mittelmäßige Saison

FC Bayern in der Krise : Rückblick auf eine mittelmäßige Saison

Die vermasselte WM war der Anfang vom Ende. Auch in der Bundesliga lief im deutschen Fußball wenig wie erwartet. Der Publikumsfavorit enttäuschte seine Fans in einem Spiel nach dem anderen und auch die besten Spieler mussten einige Kritik wegstecken. Und dann ist da noch Jogi Löw, bei dem man immer noch nicht so ganz entschieden ist, ob ein Rücktritt nach dem Südkorea-Debakel nicht doch die bessere Lösung gewesen wäre. Momentan befinden sich die Kicker in der Winterpause, machen Urlaub und bereiten sich auf die kommende Saison vor. Doch auch diese Zeit bleibt nicht ohne Skandale. Dieser Artikel liefert einen Überblick.

Umfrage spricht Bände

Wer genau wissen will, wie die Bundesligaspieler selbst die vergangenen Monate bewerten, der muss sich nur die Umfrageergebnisse von Kicker zu Gemüte führen. Bei der Sportzeitschrift ist es fast schon Ritual, die Spieler in der Winterpause zu befragen und dann die abgelaufene Saison sowie die kommenden Monate im Lichte der Ergebnisse zu diskutieren. Ebenso wie die letztjährige Bundesliga sind die Ergebnisse der Umfrage diesmal eher durchwachsen. Borussia Dortmunds gutes Spiel wurde von den Kollegen anerkannt - scheinbar gönnt man ihnen den Fortschritt und die durchaus positive Bilanz ihrer Bundesliga-Performance. Der FC Bayern musste allerdings ordentlich einstecken: Mats Hummels war in den Augen vieler der Verlierer der vergangenen Saison, ein Urteil, das der Innenverteidiger nicht schweigsam über sich ergehen ließ. Und auch Jogi Löw wurde nicht mit Samthandschuhen angefasst: Beinahe 60 Prozent sprachen sich gegen sein Verweilen in der Trainerposition aus. Das dürfte dem ohnehin schon verunsicherten Löw keinen Auftrieb gegeben haben. Selbst Manuel Neuer, der einst hochgejubelte Welttorhüter mit den verträumten Augen, taucht nicht mehr in der Rangliste des etablierten Sportmagazins auf.

Karten neu gemischt

Für die Fußballszene bedeutet das, das ab nun die Karten neu gemischt sind. Man kann sich nicht mehr auf einst siegreiche Clubs verlassen, die langsam von neuen starken Mannschaften abgelöst werden. Auch im Wettgeschäft schlägt sich das nieder: Der FCB hat so schlechte Quoten wie schon lange nicht mehr und Einsätze werden seltener auf den Sieg der bayrischen Elf platziert. Fans verwetten ihren Bwin Bonus lieber auf Teams wie den BVB, von dem sie sich mittlerweile höhere Performances erwarten. Auch deshalb ist es für die abgestürzten Teams besonders wichtig, sich in der Winterpause bestens auf die kommende Saison vorzubereiten. Schließlich müssen sie diesmal nicht nur an Erfolge anknüpfen, sie müssen ein regelrechtes Comeback inszenieren.

Skandale außerhalb des Spielfeldes sorgen für Unmut

Diese Winterpause wird allerdings wohl vor allem wegen einem Vorfall in Erinnerung bleiben. Gerade sah man die Stars noch mit ihren hübschen Freundinnen und Ehefrauen das Fest der Liebe und den Jahreswechsel begehen, schon ist diese Familienidylle wieder vergessen. Der Grund: Franck Ribéry hat seinen Reichtum wohl zum Fressen gern und verspeist ihn deshalb in Form eines vollständig mit Gold überzogenen Steaks. Im Gegensatz zu ihm schmeckt das seinem Netzpublikum gar nicht: Die knappt 1200 Euro, die das Steak gekostet haben soll, könnte man viel sinnvoller in Projekte der Welt-Hunger-Hilfe oder anderer Organisationen investieren. Kommentare, die Ribéry sich nicht gefallen lassen will. Er verfällt in einen Schulhof-Jargon und muss auf einmal eine Geldstrafe im Wert mehrerer vergoldeter Steaks an seinen Verein zahlen. Dieser Vorfall hat zwar nichts mit Ballperformance zu tun, Sympathien bringt er dem Münchner Verein aber trotzdem nicht ein.

Imagewandel muss her

Fest steht: Am Image des ehemaligen Vorzeigevereins Bayern München hapert es derzeit gewaltig. Reihenweise Niederlagen und Spieler, die sich daneben benehmen - keine guten Vorzeichen für die bevorstehende Saison. Umso wichtiger, dass der Verein nun auf zeitgemäße Performance setzt und seine Stars sich künftig von dekadenten Ausschreitungen distanzieren. Je schneller ein neuer Trainer sich des Vereines annimmt, desto schneller kommt es wohl auch zu dem notwendigen Imagewandel. Und junge Talente müssten gleichzeitig rekrutiert werden - damit ist frischer Wind garantiert.

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