| 12:34 Uhr

Montagsspiel in Bremen
Trillerpfeifen-Protest irritiert Spieler und nervt TV-Zuschauer

Bremen/Düsseldorf. Das Montagsspiel zwischen Bremen und Köln ließ viele Zuschauer verwirrt zurück. Immer wieder schien der Schiedsrichter das Spiel zu unterbrechen, doch das Geschehen auf dem Rasen lief weiter. Denn hinter den Pfiffen steckte nicht der Unparteiische. Antje Rehse

Das Montagsspiel zwischen Bremen und Köln ließ viele Zuschauer verwirrt zurück. Immer wieder schien der Schiedsrichter das Spiel zu unterbrechen, doch das Geschehen auf dem Rasen lief weiter. Denn hinter den Pfiffen steckte nicht der Unparteiische.

Um gegen den ungeliebten Spieltermin am Montagabend zu protestieren, hatten sich zahlreiche Fans beim Spiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln (3:1) mit Trillerpfeifen ausgestattet. Die "Aktionsgruppe Werderfans gegen Montagsspiele" hatte die Aktion unter das Motto "Montagsspiele abpfeifen" gestellt. Wenn es das Ziel war, mit dem Protest die TV-Zuschauer zu nerven und so ein Zeichen zu setzen, ging der Plan voll auf. Doch auch für die Spieler wurde das Gepfeife zum Ärgernis.

Denn immer wieder gab es während des Spiels einzelne Pfiffe, die klangen wie ein Schiedsrichterpfiff. Das irritierte Zuschauer und Profis gleichermaßen. Der Stadionsprecher forderte die Fans mehrfach auf, die vereinzelten Pfiffe zu unterlassen, schließlich "schadet ihr damit auch eurer eigenen Mannschaft." Doch davon ließen sich die Anhänger nicht von ihrem Protest abhalten.

Werder-Trainer kritisiert Pfiffe

"Die Stimmung war insgesamt sehr gut, deutlich besser als ich sie erwartet hätte, aber die Pfiffe der Trillerpfeifen waren irritierend", sagte Werders Mittelfeldspieler Maximilian Eggstein. "Vor allem bei den vereinzelten Pfiffen in ruhigen Phasen dachte ich ständig: 'Was war denn nun wieder?'."

Werder-Trainer Florian Kohfeldt wurde noch deutlicher. Er lobte zwar die trotz des Boykotts der Ultras aus seiner Sicht gute Stimmung, kritisierte die Pfiffe aber scharf. "Die Trillerpfeifen waren keine gute Idee, sie waren spielbeeinflussend und sehr störend. Ich bin froh, dass keiner in einer entscheidenden Situation stehengeblieben ist und gedacht hat, es wäre Abseits", sagte der 35 Jahre alte Coach, der mit seinem Team durch den Sieg einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf landete.

Bei Twitter schimpften zahlreiche Fernsehzuschauer über das Gepfeife. Genau das dürfte allerdings das Ziel der protestierenden Fans gewesen sein, schließlich geht es bei der Zerstückelung des Spieltags vor allem um die TV-Vermarktung.

Bis auf die Trillerpfeifen fiel der Protest im Vergleich zu vorherigen Montagsspielen aber verhalten aus. Ein paar hundert Ultras auf beiden Seiten waren der Partie ferngeblieben. Auf Transparenten machten die Fans ihrem Unmut Luft. "Spieltagszerstückelung stoppen", stand auf einem der Banner in der Bremer Ostkurve. "Montag ist Ruhetag", war auf einem Transparent vor dem Kölner Block zu lesen. Ein einzelner Tennisball kullerte vor Spielbeginn auf den Rasen.

Beim Montagsspiel von Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg hatte vor zwei Wochen ein Großteil der berühmten Südkurve die Begegnung boykottiert. Beim Spiel von Frankfurt gegen Leipzig hatten Anhänger unter anderem hunderte Tennisbälle auf das Spielfeld geworfen.