| 16:26 Uhr

Attacke auf ManCity-Bus
Uefa eröffnet Disziplinarverfahren gegen FC Liverpool

Liverpool. Nach den Angriffen auf den Mannschaftsbus der Fußballer von Manchester City vor dem Champions-League-Viertelfinale droht dem FC Liverpool eine Strafe der Uefa. City-Trainer Pep Guardiola kritisierte die Sicherheitsbehörden

Wie der europäische Fußballverband am Donnerstag mitteilte, wurde ein Disziplinarverfahren gegen den englischen Verein eröffnet. Der Teambus war bei der Ankunft in Anfield am Mittwoch von Liverpool-Anhängern mit Flaschen und Rauchbomben beworfen worden.

Ein von Manchesters Co-Trainer Manel Estiarte aufgenommenes und veröffentlichtes Handyvideo zeigt, wie die Fans der Reds grölen und Polizisten versuchen, die Menge in Schach zu halten. Deutlich ist zu hören, wie immer wieder Gegenstände gegen den Bus prallen.

Guardiola kritisiert Sicherheitsbehörden

Trainer Pep Guardiola hat nach dem Angriff auf den Teambus die Sicherheitsbehörden kritisiert. Die Medien hätten vorher geschrieben, "dass das passieren wird - und es passierte", sagte Guardiola: "Normalerweise, wenn die Polizei weiß, dass es passieren wird, verhindern sie so etwas." Er sei mit seinem Team "gekommen, um Fußball zu spielen, es ist Sport. Ich verstehe das nicht."

Etwa eine Stunde vor dem Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels an der Anfield Road bewarfen Liverpool-Fans den Bus der Citizens mit Flaschen und zündeten Feuerwerkskörper. Scheiben wurden dabei beschädigt, City musste daraufhin ein neues Fahrzeug für die Abreise aus dem Stadion organisieren. Die Liverpooler Polizei untersucht die Vorfälle nun, ein Sprecher verurteilte das Verhalten der betroffenen Fans als "vollkommen inakzeptabel". Die Europäische Fußball-Union UEFA leitete am Donnerstag darüber hinaus ein Ermittlungsverfahren ein.

"Der Bus ist zerstört. Ich erwarte nicht, dass Liverpool, ein so angesehener Klub, solche Dinge tut", sagte Guardiola: "Natürlich war das nicht Liverpool, es waren die Leute, aber hoffentlich passiert es nicht wieder." Zudem forderte der 47 Jahre alte Spanier generell mehr Schutz für Teambusse und erinnerte an den Bombenanschlag auf den Bus von Bundesligist Borussia Dortmund vor einem Jahr.

Klopp entschuldigt sich

Liverpools deutscher Teammanager Jürgen Klopp hatte sich noch vor dem Anpfiff für das Verhalten der Anhänger entschuldigt. "Ich verstehe das wirklich nicht", sagte der 50-Jährige: "Wir hatten alles versucht, um eine solche Situation zu verhindern."

(dpa/sid)