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Die Chancen der deutschen CL-Klubs
Für Schalke geht es gegen Manchester City um die Ehre

Manchester-City-Trainer Pep Guardiola.
Manchester-City-Trainer Pep Guardiola. FOTO: dpa / Martin Rickett
In der englischen Premier League belegen die Gegner der deutschen Klubs im Champions-League-Achtelfinale die Plätze eins, zwei und drei. Die Voraussetzungen für Bayern, Dortmund und Schalke könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Aaron Knopp

Für Königsblau waren die Prognosen schon vor der Auslosung besorgniserregend. Manchester City ist am Ende nur eines von verschiedenen Worst-Case-Szenarien. Real Madrid, FC Barcelona oder Paris St. Germain, die ebenfalls im Topf waren, hätten genauso wenig realistische Perspektiven auf ein Weiterkommen eröffnet. Für die beiden wahrscheinlich letzten Champions-League-Spiele dieser Saison möchte man den Knappen die besten Wünsche mit auf den Weg geben - es geht im ersten Schritt vor allem darum, eine Blamage zu verhindern, die noch größeren Flurschaden verursacht. Zwei Spiele, in denen die Schalker vor allem nicht ihr Gesicht verlieren dürfen.

Dass in Person des derzeit furchterregend gut aufgelegten Leroy Sané ein Rendezvous mit der eigenen Vergangenheit in Aussicht steht, ist wohl die einzig versöhnliche Facette dieses Loses. Die Einschätzung von Verteidiger Naldo, dass Schalke mit genügend Leidenschaft und Mut die Chance habe, für eine Überraschung zu sorgen, muss selbst in den Ohren fanatischer Anhänger wie eine müde Durchhalteparole klingen.

Schalke offenbart Probleme in allen Mannschaftsteilen. Das Team von Pep Guardiola lässt praktisch keine Schwachstelle erkennen. Die Chancen auf ein Überleben in der Königsklasse werden bei Wettanbietern deshalb auch nicht viel besser gehandelt als die Zukunft des Bergbaus in Deutschland. Doch Verlieren ist eine Stilfrage. Mit dieser Haltung können die Königsblauen zumindest angstfrei aufspielen. Bereits ein mutiger Auftritt wäre ein Erfolg.

Die Kohlen für die Bundesliga müssen in diesem Jahr andere aus dem Feuer holen. Routinemäßig steht dabei der FC Bayern in der Pflicht. In der Verfassung der vergangenen Wochen wäre Jürgen Klopps Liverpool aber wohl eine Nummer zu groß für den deutschen Rekordmeister. Die Engländer führen die Premier League an und gehen auch ins Achtelfinale als Favorit, obwohl der deutsche Rekordmeister unter Niko Kovac zuletzt wieder in die Spur gefunden hat. Gewiss ist vor diesem Duell aber allein, dass sich Zuschauer, Klubs und die übertragenden TV-Sender auf zwei Highlights freuen dürfen.

Die besten Aussichten, unter den besten acht Mannschaften Europas zu landen, darf man Borussia Dortmund einräumen. Tottenham Hotspur hat sich in den vergangenen Jahren auch international einen guten Namen gemacht und weit mehr zu bieten als Hauptattraktion Harry Kane. Der BVB darf nach berauschenden Wochen in Bundesliga und Champions League aber selbstbewusst genug sein, um allein auf sich zu schauen. Das junge Team von Lucien Favre ist bereits erstaunlich gefestigt und darf sich auch in der Breite des Kaders auf gehobene Qualität verlassen. Mit Spielern des Formats von Axel Witsel, Marco Reus und Paco Alcácer muss der BVB in diesem Jahr überhaupt keinen Gegner scheuen.

Obwohl den deutschen Champions-League-Vertretern schwere Aufgaben bevorstehen, ist daher keineswegs ausgeschlossen, dass die Bundesliga das Duell mit der Premier League für sich entscheidet.