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"What a man!"
Italienischer Dolmetscher haut Klopp aus den Socken

Liverpool. Jürgen Klopp läuft vor dem Halbfinale der Champions League zwischen seinem FC Liverpool und AS Rom zur Hochform auf. Bei der Pressekonferenz verlangt der deutsche Trainer der "Reds" dem Dolmetscher alles ab - und zeigt sich tief beeindruckt. Antje Rehse

Jürgen Klopp läuft vor dem Halbfinale der Champions League zwischen seinem FC Liverpool und AS Rom zur Hochform auf. Bei der Pressekonferenz verlangt der deutsche Trainer der "Reds" dem Dolmetscher alles ab - und zeigt sich tief beeindruckt.

Klopp und die Dolmetscher - das ist fast immer eine Garantie für beste Unterhaltung. Bei der PK mit englischen und italienischen Journalisten in Liverpool hatte es der Dolmetscher dem Kult-Trainer sichtlich angetan. Tapfer übersetzte der Mann die langen und teils ausschweifenden Antworten Klopps ins Italienische - nicht gerade eine Sprache, die für ihre Kürze und Prägnanz bekannt ist. "War meine Antwort wirklich so lang?", fragte Klopp lachend nach einer Übersetzung. An anderer Stelle applaudierte er beeindruckt: "Bravo! Ich weiß selbst gar nicht, was ich gesagt habe. Wow."

Zu seinen eigenen Italienisch-Kenntnissen sagte Klopp: "Es macht natürlich überhaupt keinen Sinn für einen italienischen Klub, mich zu verpflichten, weil ich nur Spaghetti im Restaurant bestellen kann." Als er das Wort "Spaghetti" in der Übersetzung des Dolmetschers wiederfand, freute sich Klopp sichtlich. Nach der PK verließ er den Raum mit den Worten "What a man!". Der Dolmetscher, der Klopp so beeindruckt hatte, musste dagegen erstmal kräftig durchpusten. Ganz schön anstrengend, so eine Klopp-PK. Da können auch andere Dolmetscher ein Lied von singen.

Bei den offiziellen Pressekonferenzen vor Spielen im Europapokal werden die Aussagen der Trainer für die Journalisten aus dem Land des Gegners grundsätzlich übersetzt. Für die Coaches auf dem Podium, die die ungeliebte Pflichtaufgabe einfach nur so schnell wie möglich hinter sich bringen wollen, kann das schon mal lästig sein.

Auch "Kloppo" schien bei früheren Auftritten auf europäischer Bühne eher genervt. So nahm er 2014, als Borussia Dortmund bei Zenit St. Petersburg zu Gast war, den wenig fußballinteressierten russischen Übersetzter auf den Arm. "Ich hoffe, dass halbwegs der Sinn dessen, was ich sage, rüberkommt im Russischen", sagte Klopp. "Bei der Übersetzung eines Menschen, der anscheinend Champions League noch nie gesehen hat." Rumms! Das saß.

Klopp hat allerdings mittlerweile seinen Frieden mit dem Prozedere gemacht - und manchmal sogar richtig Spaß. Legendär ist eine Europa-League-PK in Augsburg, bei der Klopp und der englische Dolmetscher sich gegenseitig auf Deutsch und Englisch die Bälle zuspielten und gemeinsam versuchten, die richtige Übersetzung für ein Sprichwort zu finden.

Klopp und die Dolmetscher. Eine unendliche Geschichte, der schon beim Rückspiel in Rom ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden könnte.