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"Dann wird's Zeit"
Müller wartet auf sein erstes Tor gegen Real Madrid

München. Thomas Müller hat ein Ziel. Sein 100. Champions-League-Spiel will der Bayern-Angreifer noch in dieser Saison bestreiten. Hilfreich wäre dafür, wenn er heute gegen Real Madrid eine Premiere feiern würde.

Thomas Müller hat ein Ziel. Sein 100. Champions-League-Spiel will der Bayern-Angreifer noch in dieser Saison bestreiten. Hilfreich wäre dafür, wenn er heute gegen Real Madrid eine Premiere feiern würde.

Da war selbst Thomas Müller ausnahmsweise baff. "Noch gar nicht? Boah, das gibt's doch nicht", bemerkte der erfolgreichste deutsche Champions-League-Torschütze (42 Treffer) erstaunt, als er vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid mit der persönlichen Null-Tore-Bilanz gegen die Königlichen konfrontiert wurde. Aber der Weltmeister ergänzte gewohnt schlagfertig: "Dann wird's Zeit."

Der Zeitpunkt am Dienstagabend im Estadio Santiago Bernabéu (20.45 Uhr/ZDF) wäre ideal. In seinem achten Spiel gegen Real soll es endlich müllern, nachdem es auch bei ihm im mit 1:2 verlorenen Hinspiel nicht mit dem Toreschießen klappen wollte. Müller hatte - wie auch Torjäger Robert Lewandowski - am vergangenen Mittwoch nicht seinen besten Abend.

Müller schaut nach vorne

Daran hatte der 28-Jährige zu knabbern. Aber schon am Tag danach habe er "den Schalter umgelegt", von mieser Stimmung auf Kampfgeist. "Da habe ich mir gesagt: So, jetzt reicht es mit schlechter Laune. Jetzt schauen wir wieder nach vorne. Es ist wichtig, dass wir den positiven Gedanken in der Mannschaft weiter haben", sagte der Kapitän.

Müller ist als Leistungsträger und emotionaler Anführer besonders wichtig für den Rekordmeister. Er will mit aller Macht ins Finale nach Kiew. Am 26. Mai könnte er in der Hauptstadt der Ukraine sein 100. Spiel in der Königsklasse bestreiten. Was für ein Jubiläum!

Heynckes redet Müller stark

Jupp Heynckes wird in Spanien wieder auf den Kapitän, dem er am Wochenende beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt ebenso wie Torjäger Robert Lewandowski eine schöpferische Pause gönnte, setzen. Unter dem Triple-Coach von 2013 ist Müller im Gegensatz zu dessen Nachfolgern Pep Guardiola und Carlo Ancelotti auch in den großen Begegnungen in Europa als Startelf-Spieler wieder unantastbar. Einen Spielertypen wie Müller gäbe es in ganz Europa nicht, erklärte Heynckes unlängst. "Thomas ist nicht nur ein belebendes Element, er ist Kapitän, er ist Sympathieträger, auf und außerhalb des Spielfeldes." Der 72-jährige Heynckes schloss es für sich aus, Müller infrage zu stellen.

Müller will auch in Madrid vorangehen. "Wir wissen alle, dass wir eine Topleistung brauchen. Aber wir wissen auch alle, dass noch was drin ist", sagte der Angreifer zu der kniffligen Aufgabe gegen Real. "Wir müssen auf jeden Fall zwei Tore erzielen, das ist der Plan." Mutig nach vorne spielen, lautet dafür seine Marschroute. Es gelte, in den großen Spielen gegen Real endlich den Respekt abzuschütteln. "Dann werden die Bälle auch die Torlinie überqueren", glaubt Müller.

(dpa)