| 08:15 Uhr

Ärger über Elfmeter-Entscheidung
Schalke fühlt sich gegen Porto um den Sieg gebracht

Schalke-Verteidiger Naldo ärgert sich über den zweifelhaften Elfmeterpfiff.
Schalke-Verteidiger Naldo ärgert sich über den zweifelhaften Elfmeterpfiff. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Am Ende überwog wieder der Frust. Trotz des achtbaren 1:1 (0:0) gegen den FC Porto war man beim FC Schalke nicht zufrieden. Der Vizemeister machte auch den Schiedsrichter verantwortlich, dass es nicht zum Sieg reichte.

Schalke-Trainer Domenico Tedesco haderte nach dem 1:1 gegen Porto vor allem mit dem Schiedsrichter, weniger mit der engagierten Vorstellung seines Teams. Gleich zwei Elfmeter sprach der Spanier Jesus Gil Manzano am Dienstagabend dem portugiesischen Meister in der 13. und 75. Minute zu.

„Den ersten kann man geben, da springt Naldo der Ball an die Hand. Aber wenn du den ersten Elfmeter gibst, darfst du den zweiten nicht geben“, sagte Tedesco. Schalkes Abwehrchef sah es ähnlich. „Das war eine Schwalbe. Ich habe ihn nicht getroffen. Es tut mir leid für die Mannschaft“, erklärte der Innenverteidiger, der Gegenspieler Moussa Marega am Fuß berührt haben soll. „Davon fällt man nicht um“, kommentierte Christian Heidel die strittige Szene. Der 55-Jährige sprach gar von "ein bisschen Comedy".

Der Sportvorstand ärgerte sich ebenfalls über den unglücklichen Spielverlauf: „Wir dachten, heute kommt eine geile Explosion. Die Mannschaft ist hundert Prozent intakt.“

Den ersten, von Alex Telles geschossenen Strafstoß konnte Schalkes Keeper Ralf Fährmann noch glänzend parieren und so einen frühen Rückstand verhindern. Beim zweiten Elfmeter von Otavio war er dann machtlos. Das war umso ärgerlicher, weil der Revierklub nach Breel Embolos Führung (64.) auf der Siegerstraße schien. So aber blieb dem Vizemeister der Vorsaison nach dem schwachen Bundesliga-Start mit drei Niederlagen erneut das ersehnte Erfolgserlebnis verwehrt. „Wir sind enttäuscht über den Punkt“, sagte Tedesco, der aber auch viele „positive Signale“ sah: „Bis zum 1:0 haben wir gut gespielt. Danach waren wir etwas zu passiv. Gefühlt war es aber so, dass wir schon gegen Gladbach den ersten Schritt gemacht haben, jetzt war es der zweite.“

Fährmann sieht sein Team ebenfalls auf einem guten Weg. „Wir haben wieder das Gesicht der Vorsaison gezeigt“, meinte der Keeper nach dem ersten Champions-League-Auftritt seit März 2015. „Wir haben einen Punkt geholt gegen einen richtig guten Gegner. Wir brauchen solche positiven Ereignisse und sind guter Dinge, dass es schnell wieder bergauf geht.“

Was das Remis in der Gruppe D wert ist, in der Galatasaray Istanbul mit dem 3:0 gegen Lokomotive Moskau die Tabellenführung übernahm, werden die nächsten Spiele zeigen. „Wir schaffen das“, sagte Heidel zuversichtlich.

Ab Mittwoch geht der Blick schon wieder nach vorn. Am Samstag kommt Bayern München zum Bundesliga-Hit in die Veltins-Arena: „Das ist natürlich ein dickes Brett“, sagte Fährmann. „Danach kommen die Wochen, in denen wir punkten müssen.“

(old)