Pep Guardiola steht nach Champions-League-Aus unter Druck

Nach Champions-League-Aus : Jede Menge Druck für Pep

Mit vier Titeln in einer Saison hätte sich Pep Guardiola bei Manchester City unsterblich machen können. Nach dem Aus gegen Tottenham setzt sich für den Spanier aber in der Champions League die Serie des Scheiterns fort. Und nun kommen die Spurs schon wieder.

Sein Kniefall nach dem Abpfiff sprach Bände. „Das ist hart, das ist grausam“, bedauerte Star-Trainer Pep Guardiola zerknirscht, nachdem sich für ihn mit Manchester City gegen Tottenham Hotspur ein bittere Serie des Scheiterns in der Champions League fortgesetzt hatte. Der Mythos des Katalanen beginnt zu wackeln. Einen zweiten Ausrutscher in dieser Woche und damit womöglich den Verlust einer weiteren Titelchance will der stolze Spanier daher unbedingt vermeiden.

„Wir müssen jetzt eine Reaktion zeigen“, forderte er vor dem nächsten Duell mit den Spurs am Samstag in der Meisterschaft. „Wir haben für die Premier League viel gekämpft, neun oder zehn Monate. Es liegt jetzt in unserer Hand“, versuchte Guardiola das unglückliche Ausscheiden nach dem 4:3 in den Hintergrund zu drängen. Er fieberte diesmal nicht im geschniegelten Anzug, sondern einer grauen Strickjacke am Spielfeldrand mit - Glück brachte ihm diese nicht.

Dank der Auswärtstorregel hatte Tottenham am Mittwoch in einem atemberaubenden Match auch ohne Stürmerstar Harry Kane Guardiola erneut einen herben Rückschlag versetzt und dessen Traum von vier Titeln in einer Saison platzen lassen.

Seit seinem zweiten Triumph in der Königsklasse mit dem FC Barcelona 2011 läuft Guardiola nun schon im siebten Anlauf einem großen internationalen Erfolg hinterher. Viermal kam er mit Barca (2012) und dem FC Bayern (2014, 2015, 2016) noch bis in das Halbfinale. In Manchester aber folgte nach dem Ausscheiden gegen AS Monaco im Achtelfinale 2017 nun zum zweiten Mal das Viertelfinal-Aus gegen ein Team aus der Premier League. Im Vorjahr setzte der FC Liverpool den Cityzens den K.o., nun also die Spurs.

Schon jetzt wird daher der Ton in britischen Medien kritischer, da dank Hunderten Millionen Pfund, die Scheich Mansour bin Zayed Al Nhyan aus Abu Dhabi in den Club investierte, der Titel in der Königsklasse geradezu gefordert wird. „Pep Guardiola ist der großartigste Trainer seiner Generation“, berichtete der „Telegraph“, „trotzdem muss er sich jetzt wieder anhören, versagt zu haben.“

Der „Guardian“ schrieb bereits von einem „Champions-League-Komplex“, den Guardiola entwickelt habe. Der Coach müsse nun dagegen kämpfen, „dass daraus eine Geschichte des Scheiterns gemacht wird, ob sie nun berechtigt ist oder nicht.“ Natürlich habe Guardiola auch oft in Schlüsselmomenten das entscheidende Quäntchen Glück gefehlt. So machte Guardiola nach dem vermeintlichen 5:3 in der Nachspielzeit durch Raheem Sterling schon einen Freudensatz, um nach Videobeweis und Abseitsentscheidung des Referees wieder auf dem Boden der Tatsachen zu landen.

Weiterhin gibt es aber in Manchester bislang keine ernsthaften Zweifel an dem 48 Jahre alten Spanier: Mit tosendem Applaus verabschiedeten die City-Fans ihre Mannschaft nach dem spektakulären Aus. „Ich bin so stolz auf die Spieler und die Fans“, sagte der geknickte Guardiola und lobte das Tollhaus. „Ich habe so einen Lärm noch nicht gehört, seit ich in Manchester bin. Aber Fußball ist unvorhersehbar“, meinte er zum emotionalen Chaos in der Schlussphase. Auch in sozialen Medien gab es eher Lob für die Leistung des Teams, das so nah dran war am Halbfinale.

„Lasst uns jetzt nicht zu viel drüber nachdenken, so viel wie möglich schlafen und uns dann auf das Spiel vorbereiten.“ Ein Sieg am Samstag gegen den Tabellendritten aus der Hauptstadt wäre zumindest ein kleiner Trost. Und ein wichtiger Schritt, um in dieser Saison wenigstens noch das Triple zu feiern. Noch steht Liverpool einen Punkt vor City, hat aber eine Partie mehr ausgetragen.

(sef/dpa)
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