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DFB-Pokal, Rote Teufel, 1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach

DFB-Pokal : Pokalkrimi am Betze: Fohlen mit Glück und Geschick

Drittligist 1. FC Kaiserslautern kämpft aufopferungsvoll, belohnt sich aber nicht. Ein Tor reicht Borussia Mönchengladbach.

Der Pflichtspielauftakt ist Mönchengladbachs neuem Trainer Adi Hütter gelungen: In der 1. Runde des DFB-Pokals haben die Fohlen vom Niederrhein am Montagabend die Hürde am Betzenberg mit 1:0 (1:0) genommen. Das Tor des Tages erzielte Borussen-Kapitän Lars Stindl gleich mit der ersten Torchance in der elften Minute mit einem Kopfball gegen die Laufrichtung des starken FCK-Torhüters Matheo Raab. In der Pressekonferenz zeigte sich Hütter „sehr, sehr glücklich. Es war ein sehr rassiges interessantes Spiel, das sehr emotional geführt wurde. In der Summe hätten wir höher gewinnen müssen, der Sieg war verdient“, sagte der 51-jährige Österreicher.

Die Gladbacher versäumten es, nach der frühen Führung ihre Torchancen durch Wolf (37.), Lainer (40.) und Herrmann (43.) effektiver zu nutzen und das Spiel gegen ebenbürtige Lauterer schon vor der Pause zu entscheiden. Sie scheiterten auch immer wieder am aufmerksamen Ex-Trierer Raab, der trotz des „blöden Gegentors“ einen „Mega-Spaß“ hatte: „Im Grunde bin ich sehr zufrieden. Ein Flutlichtspiel, ein Live-Spiel, die Stimmung war super – das war Wahnsinn. Wir haben alles auf dem Platz gelassen. Nun wollen wir den Schwung in die Liga mitnehmen.“ Die nur 5000 Fans im Fritz-Walter-Stadion hatten vor allem in der zweiten Halbzeit, als die Borussen zu wackeln begannen, für eine aufgeheizte Pokalatmosphäre auf dem Betze gesorgt und ihre Mannschaft nach dem etwas unglücklichen Aus begeistert gefeiert. Die „gute Stimmung hat sich nach deutlich mehr Zuschauern angefühlt“, sagte Kenny Redondo, der sich beflügeln ließ und als zweite Spitze neben Daniel Hanslik für viel Wirbel in der Borussen-Abwehr sorgte. „Diese Mentalität und Laufbereitschaft nehmen wir mit und wollen wir am Sonntag bei Viktoria Berlin zeigen.“

Auch im dritten Pflichtspiel dieser Saison gelang den engagierten Pfälzern kein Torerfolg – Lauterns Trainer Marco Antwerpen hob dennoch das Positive hervor: „Wir haben über 94 Minuten eine herausragende Leistung gebracht, das müssen wir nun auch mal in der Liga zeigen. Für uns war es schwierig, uns Torchancen zu erarbeiten. Uns hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt.“ Die besten FCK-Gelegenheiten besaßen Kapitän Jean Zimmer (25.), dessen Schuss Borussen-Keeper Yann Sommer entschärfte, Mike Wunderlich (54.) und Marvin Senger (71.). Trotz der Niederlage gab es von den Rängen viel Applaus, und auch Kapitän Zimmer befand: „Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht und waren aggressiv und eklig auf dem Platz. Es war sehr schade, dass wir sie nicht noch mehr ärgern konnten.“

Die Gladbacher überstanden auch die hektische Schlussphase mit Glück und Geschick. Coach Hütter freute sich über das Erreichen der zweiten Runde des DFB-Pokals: „Ich bin schon schlechter in eine Saison gestartet.“ Zum Auftakt der Bundesliga mit dem Duell gegen den Rekordmeister FC Bayern München am Freitagabend (20.30 Uhr) müssen sich die Borussen aber noch enorm steigern, wenn sie bestehen wollen: „Da wartet gleich der richtige Brocken auf Gladbach“, meinte FCK-Trainer Antwerpen. Adi Hütter muss gegen die Bayern auf jeden Fall auf Breel Embolo und Denis Zakaria verzichten, zudem bangt der Borussen-Coach um zwei weitere Stammkäfte: „Hinter den Einsätzen von Marcus Thuram und Ramy Bensebaini stehen noch große Fragezeichen.“

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Bei der Premiere des neuen Bayern-Trainers Julian Nagelsmann müssen die Gladbacher effektiver vor dem Tor auftreten, wenn sie den Borussen-Park nicht als Verlierer verlassen wollen. Die mangelhafte Chancenverwertung ist also nicht nur ein Problem der Roten Teufel.