Als Senkrechtstarter auf Finalkurs

Als Senkrechtstarter auf Finalkurs

Der SV Udelfangen steht kurz vor dem Aufstieg in die Kreisliga A. Cheftrainer Stefan Reifenberg wird mit seinem Trainerstab die Erfolgsserie auch in der neuen Saison fortsetzen und die Zuschauer mit modernem Fußball begeistern. Torwart Andreas Gouverneur beendete seine aktive Laufbahn und wünscht sich zum Abschluss den Titel.

Udelfangen. Für den Verein wäre der Aufstieg in die höchste Kreisklasse der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Für Torwart Andreas Gouverneur, der seit letztem Jahr zugleich den Job als stellvertretender Vorsitzender des SV Udelfangen innehat, der größte Wunsch zum Abschluss einer langen Fußballerlaufbahn. "Wir wollen ins Finale", lautet sein Schlachtruf vor dem letzten Heimspiel gegen die SG Newel.
Zum Saisonabschluss muss die stärkste Auswärtsmannschaft mit der niedrigsten Einschlagquote nach Trier-Irsch. Das wird zugleich auch das Abschiedsspiel des 39-jährigen Konzers im Trikot des SV Udelfangen sein. Nur im äußersten Notfall will sich der selbstständige Versicherungskaufmann noch mal zwischen die Pfosten stellen. "Ich höre lieber gesund auf, dann hat die Familie länger von mir", sagt Gouverneur, der bereits zweimal mit einem blauen Auge davonkam.
Ganz vom aktiven Fußball verabschieden will er sich jedoch nicht. Als Torwarttrainer wird er ab der nächsten Saison das Team um Trainer Stefan Reifenberg und Co-Trainer Michael "Hakko" Scherer ergänzen. "Mit Stefan haben wir im Übrigen einen Glücksgriff gemacht. Er hat den modernen Fußball nach Udelfangen gebracht und die Mannschaft innerhalb von drei Spielzeiten - wenn es weiter so gut läuft - zwei Klassen höher gebracht."
Weniger rühmlich ist allerdings die Platzierung in der Fairnesstabelle, denn mit 14 Platzverweisen steht die Elf auch hier an der Spitze der Liga. Die vielen Rotsperren sowie Verletzungen waren nach dem sensationellen Saisonstart von sechs Siegen für das kleine Zwischentief verantwortlich, dass aber bis zur Winterpause wieder aufgefangen werden konnte. "Immer wieder mussten Spieler der Zweiten dafür herhalten", spricht Gouverneur dafür seinen Dank aus. Des einen Freud, des anderen Leid: Die Zweite muss sehr wahrscheinlich den bitteren Gang in die D-Liga antreten.
Torwartfrage ist noch offen


Für die kommende Saison will der Verein, der mit einem Kunstrasen, eigener Sauna, stets sauberen Trikots für Training und Spiel und einem in Kürze fertiggestellten Clubheim (Das alte Clubheim war im letzten Jahr abgebrannt.) über beste Voraussetzung verfügt, personell noch etwas nachlegen. Die Torwartfrage ist noch zu klären und auch für die Defensive wünscht sich der Trainer noch Alternativen.
Die Nummer eins erhielt Andreas Gouverneur erst nach den Jugendjahren und den ersten fünf Seniorenjahren beim VfL Trier. "Es hat sich aus der Not ergeben, aber ich habe es bis heute nicht bereut. Torwart zu sein hat auch angenehme Seiten. Man muss nicht mehr so viel laufen." Der fangsichere und stimmgewaltige Keeper blickt auf viele erfolgreiche Fußballjahre, unter anderem auch bei Eintracht Trier, beim TuS Euren, SV Konz und beim FC Könen zurück. Erfolgreich zwischen den Pfosten war über 25 Jahre lang auch seine Frau Claudia, die mit den Handball-Miezen zahlreiche Schlachten in der Wolfsberghalle geschlagen hatte und auf unzählige Einsätze in der Regionalliga zurückblicken kann. Sohn Jannik (8) spielt seit diesem Jahr in der F-Jugend beim SV Konz, allerdings im Feld. Der kleinste Gouverneur, Jonas (2), ist derweil noch im Garten mit dem Ball unterwegs, immer in Torwarthandschuhen. Wen wundert\'s! Bei den Wochenendeinsätzen auf dem Fußballplatz ist die Familie stets komplett. Die Schlafzeiten des Nachwuchses haben sich längst den Spielzeiten des Vaters angepasst. Dabei sein werden auch alle, wenn Andreas Gouverneur mit seinen "alten" VfL-Kollegen am 18. Juni 2011 auf der Bezirkssportanlage in Heiligkreuz im 1. MMC Trier (1. Montag im Monat Club) auflaufen wird. Zugunsten der Palliativstation des Mutterhauses Trier veranstaltet der Verein ein Benefizspiel gegen die Lotto-Elf.

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