| 20:47 Uhr

Aufstieg bis 2012? — "Das ist mir zu weit weg"

Trainer Roland Seitz gibt bei Eintracht Trier auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie die Richtung vor. TV-Foto: Hans Krämer
Trainer Roland Seitz gibt bei Eintracht Trier auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie die Richtung vor. TV-Foto: Hans Krämer
Trier. Seit gestern Abend ist es auch offiziell. Der Oberpfälzer Roland Seitz (46) bleibt bis 30. Juni 2012 Trainer von Eintracht Trier. Der Vertrag gilt sowohl für die Regionalliga als auch für die dritte Liga.

(bl) Die Clubspitze von Eintracht Trier wählte einen Sponsorenabend im Vip-Zelt neben dem Moselstadion, um die Vertragsverlängerung mit Roland Seitz bekanntzugeben. Grundsätzliche Einigkeit, über die Saison hinaus weiter zusammenarbeiten zu wollen, bestand zwischen Trainer und Vorstand schon seit mehreren Wochen (der TV berichtete).

Im Interview mit TV-Redakteur Mirko Blahak spricht Seitz über die Vertragsdauer, die Unruhe im Jugendbereich und die Ziele in den nächsten Monaten.

War es ein Kraftakt, sich auf eine weitere Zusammenarbeit zu verständigen?

Seitz: Nein, das nicht. Aber der Vorstand und ich mussten über die Regionalliga und die dritte Liga reden. So etwas muss vernünftig und sachlich angegangen werden. Es gab dann noch ein paar Unstimmigkeiten, die haben wir geklärt. Ich bin froh, dass es jetzt passt.

Sie hätten gerne bis 2013 verlängert, der Verein wollte nur ein Jahr: War das ein Knackpunkt?

Seitz: Wir haben das natürlich diskutiert. Ich muss die Entscheidung des Vorstands akzeptieren. Für beide Seiten hat das gewisse Risiken. Der Verein muss einkalkulieren, dass es nach einem Jahr wieder vorbei sein kann. Und ich habe wieder ,nur' ein Jahr, um mit der Mannschaft zu wachsen.

Es rumort in der Jugendabteilung. Prallt das an Ihnen ab?

Seitz: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich habe so viel zu tun, da habe ich keine Zeit, mich darum zu kümmern.

Welches Signal soll von Ihrem Verbleib ausgehen?

Seitz: Ich habe natürlich einen sportlichen Plan für die nächste Saison. Ich weiß, mit wem ich weiterarbeiten möchte und auf welchen Positionen ich den Kader gerne verstärken würde. Realistisch spreche ich erst einmal von der Regionalliga. Der Plan steht und fällt mit dem Gesamtetat. Mit den Zuschauerzahlen, mit dem Geld von Sponsoren, mit der Qualifikation für den DFB-Pokal. Ich hoffe, dass die Leute im Umfeld mich voll unterstützen, damit wir erneut eine Truppe aufstellen können, die Freude bereitet und erfolgreich spielt.

Wie realistisch ist ein Aufstieg in dieser Saison?

Seitz: Wir haben nach der Winterpause drei Heimspiele in Folge — gegen Kaiserslautern, Verl und Münster. Je nach Punkteausbeute sagen wir danach entweder: ,Die Saison ist gelaufen, wir werden am Ende Fünfter, Achter oder Zehnter.' Oder wir können sagen: ,Wir haben eine Chance, bis zum Schluss oben dabei zu sein!'

Lautet Ihr Ziel: Drittliga-Aufstieg bis 2012?

Seitz: Das ist mir zu weit weg. Für mich ist erst mal entscheidend, in dieser Saison das Beste herauszuholen. Dann ist entscheidend, mit welchem Etat wir in die neue Saison gehen. Dann können wir über neue Ziele sprechen.

Mit Ausnahme von fünf Verträgen (Poggenborg, Hollmann, Drescher, Asma und Kraus) laufen alle Spieler-Kontrakte im Sommer 2011 aus. Beginnen jetzt direkt die Gespräche?

Seitz: Ja, schon. Aber nicht vor dem ersten Punktspiel. Wir müssen versuchen, die Mannschaft für die neue Saison schnellstmöglich zusammenzusetzen. Wir wollen schon rasch Verlängerungen präsentieren.

Mit wem soll auf jeden Fall verlängert werden?

Seitz: Das ist heute nicht das Thema.

Wie schwer werden die Gespräche angesichts der Unklarheit, in welcher Liga Trier in der nächsten Saison spielt?

Seitz: Mal sehen. Wir haben ja theoretisch die Möglichkeit, für einige Spieler, die wir halten wollen, Verträge mit Gültigkeit für die Regionalliga und die dritte Liga zu machen.

Vorbereitung: In einem Testspiel trifft Eintracht Trier heute Abend auf Rheinlandligist SV Dörbach (19.30 Uhr, Moselstadion-Gelände).