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Bangemachen gilt nicht

Eintracht-Trainer Roland Seitz hat Respekt vor dem heutigen Gegner Schalke 04 II, gleichzeitig spornt er seine Spieler an. Foto: Thomas F. Starke
Eintracht-Trainer Roland Seitz hat Respekt vor dem heutigen Gegner Schalke 04 II, gleichzeitig spornt er seine Spieler an. Foto: Thomas F. Starke
Eintracht Trier hat die Niederlage in Lotte abgehakt. Vor dem heutigen Regionalliga-Duell mit Tabellenführer Schalke 04 II (19 Uhr, Moselstadion) nimmt Trainer Roland Seitz sein Team in die Pflicht: "Wir wollen unter Beweis stellen, dass wir auch gegen ein Top-Team bestehen können." Von unserem Redakteur Mirko Blahak

Trier. Bei dieser Personalie gibt es für Roland Seitz keine zwei Meinungen: Albert Streit — ein Streit-Fall. Der erfahrene Bundesliga-Profi ist eine tragende Säule im Team von Triers heutigem Gegner Schalke 04 II. Der 30-Jährige spielt im Bundesliga-Team der Knappen keine Rolle, derzeit sitzt er seinen gut dotierten Vertrag in der Regionalliga-Mannschaft aus (siehe Hintergrund). Seitz: "Er ist für die Liga zu gut und eine sehr große Hilfestellung für die U-23-Mannschaft. So jemand dürfte nicht über eine lange Zeit hinweg Stammkraft sein. Das hat mit Nachwuchsförderung nichts zu tun."

Schalkes Trainer Michael Boris ist dagegen froh, Streit in seinen Reihen zu haben — zumal von Lustlosigkeit wenig zu spüren sei: "Er legt eine professionelle Einstellung an den Tag und geht vorneweg."

Streit hin, Streit her — in Ehrfurcht will die Eintracht heute Abend gegen "Königsblau" nicht erstarren. Sie will Flagge zeigen gegen ein Top-Team der Liga. Seitz: "Gegen Lotte, Münster und Wuppertal haben wir nicht gewonnen. Es wäre schön, wenn sich das gegen Schalke ändern würde." Der 45-Jährige erwartet eine interessante Partie: "Schalke verteidigt früh. Die Mannschaft ist wahnsinnig spielstark. Es ist kein Zufall, dass sie derzeit ganz oben steht."

Wie geht Trier das Duell personell an? Im Tor ersetzt André Poggenborg Andreas Lengsfeld (Rot-Sperre). Ersatz-Keeper ist Philip Basquit. Vor der Abwehr (mit Cataldo Cozza, Josef Cinar, dem frisch gebackenen Papa Torge Hollmann und Thomas Drescher) kehrt Stefan Kohler ins zentrale Mittelfeld zurück. Wer an seiner Seite spielt, ließ Seitz noch offen. Den Eindrücken des Donnerstags-Trainings zufolge dürfte Piero Saccone die besten Karten haben.

Alban Meha (links), Olivier Mvondo (rechts) sowie Nico Patschinski und Thomas Kraus sollen vorne Dampf machen. Vor allem vor diesem Quartett hat Schalke-Trainer Boris Respekt: "Das sind richtig starke Spieler. Auf sie müssen wir höllisch aufpassen."

Hintergrund

Mit 17 Punkten steht Schalke 04 II an der Tabellenspitze. Trainer Michael Boris kann sich bislang vor allem auf drei Spieler verlassen: Abwehrchef Frank Fahrenhorst: 216 Bundesliga-Spiele bestritt der 33-jährige zweifache Nationalspieler einst für Bochum, Bremen und Hannover. Mittelfeldstratege Albert Streit: Im Erstliga-Team wurde er aussortiert. Vorerst sitzt er seinen bis 2012 laufenden Vertrag bei der Schalker Reserve aus. Streit wird ein Jahressalär von zwei Millionen Euro nachgesagt. Damit wäre sein Verdienst höher als der gesamte Saison-Etat der Eintracht. Sturm-Küken Marvin Pourie: Der 19-Jährige hat bislang vier Treffer erzielt. Er verfügt bereits über Zweitliga-Erfahrung (1860 München, TuS Koblenz). Gegen Trier wohl nicht dabei ist Bundesliga-Profi Christian Pander (27). Er soll nach vielen Verletzungen wieder an höhere Aufgaben herangeführt werden. Laut Boris laboriert er aber noch an einer Magen-Darm-Grippe. (bl)