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Baslers Wunsch ist ihm Befehl

Gelungener Einstand: Eintracht-Stürmer Sahr Senesie traf gleich im ersten Spiel. TV-Foto: Hans Krämer
Gelungener Einstand: Eintracht-Stürmer Sahr Senesie traf gleich im ersten Spiel. TV-Foto: Hans Krämer
Zu Beginn der Regionalliga-Saison entpuppten sich die Zweitvertretungen der Profi-Clubs als Eintracht-Schreck. Triers Bilanz: Vier Spiele, vier Niederlagen. Nun gelangen in zwei Heimspielen Siege gegen Dortmund II und Schalke II. Der Fluch ist besiegt - auch dank Neuzugang Sahr Senesie, der gegen die "Königsblauen" einen Einstand nach Maß feierte. Von unserem Redakteur Mirko Blahak

Trier. Als einer der Letzten des Teams findet er weit nach Schlusspfiff den Weg von der Kabine ins wärmende Vip-Zelt. Erschöpft nach seinem ersten Pflichtspiel seit fast genau sieben Monaten, aber glücklich. Viele Glückwünsche nimmt er entgegen - und wirkt dabei fast ein wenig peinlich berührt. Neuzugang Sahr Senesie ist nicht nur auf dem Papier angekommen bei Eintracht Trier, sondern nach der erfolgten Freigabe Mitte vergangener Woche auch real, auf dem Feld.

Sein Siegtreffer nach 64 Minuten gegen Schalke 04 II beschert Trier den zweiten Heimsieg in Folge. Ein sehenswerter Treffer des Stürmers, volley ins lange Eck nach Rechtsflanke von Gustav Schulz. "Das war eine super Vorarbeit", gibt sich Senesie ganz Team-Spieler. Sein Credo: Nicht er ist wichtig an diesem Abend, sondern die gesamte Mannschaftsleistung.

Und dennoch steht der 23-Jährige im Blickpunkt. Dabei realisiert er offenbar als einer der Letzten, dass er gegen die "Königsblauen" von Beginn an ran darf. "Erst kurz vor dem Spiel habe ich das erfahren, als ich meinen Namen in der Aufstellung las. Das hat mich sehr gefreut, denn ich war heiß." Wie die gesamte Eintracht-Mannschaft braucht aber auch er bei eisigen Temperaturen im Moselstadion eine Halbzeit, um richtig auf Betriebstemperatur zu kommen. Geduld ist nicht nur für Senesie der Schlüssel zum Erfolg. "Wir haben nicht aufgegeben und kaum Torchancen zugelassen", gibt Sturm-Kollege Wilko Risser zu Protokoll. Gegen seinen Ex-Club hat er mit einem Kopfball an die Latte Pech (49.) - so wie auch Schulz, der nach 16 Minuten nur den Pfosten trifft.

Viele im Team gehen gegen Schalke über ihre Schmerzgrenze hinaus.

Beispiel Senesie: "Ende der ersten Halbzeit war ich tot. Ich wollte eigentlich vom Platz, doch der Trainer sagte: ,Mach ein Tor und geh dann raus.'" Nach 74 Minuten setzt dann ein minutenlanger Krampf in der linken Wade seinem Debüt im Eintracht-Dress ein Ende.

Beispiel Sebastian Hartung: In seinem ersten Spiel nach einer Grippe-Pause arbeitet er im wahrsten Sinne des Wortes bis zum "Umfallen". Dem 28-Jährigen machen in der Schlussphase der Partie sowie danach arge Kreislaufprobleme zu schaffen. Hartung: "Wegen der Grippe habe ich drei Wochen lang fast nichts machen können. Und jetzt die harte Belastung. Das war wohl der Grund. Ich hoffe, schnell wieder auf die Beine zu kommen."

Eintracht-Trainer Mario Basler lobt sein Team vor allem für die Steigerung in der zweiten Halbzeit: "Meine Mannschaft hat eine tolle Leistung abgerufen - kämpferisch, läuferisch und teilweise auch spielerisch." Am morgigen Dienstag hofft er auf die gleiche Einstellung seiner Spieler - wenn zum dritten Mal versucht wird, die Partie bei den Sportfreunden Lotte auszutragen.

Mario Baslers Auftritt bei Stefan Raab, Seite 32