Der "Gentleman" tritt ab

Der aus Rittersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) stammende Edgar Schmitt ist nicht mehr Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Gestern verkündete der Club den vorzeitigen Abschied.

Stuttgart/Rittersdorf. (bl) Edgar Schmitt hat als Übungsleiter des Drittliga-Letzten Stuttgarter Kickers die Brocken hingeworfen. Knapp sieben Monate nach seinem Amtsantritt, knapp acht Monate nach seiner Entlassung als Trainer des VfR Aalen.

Schmitt (eigentlich Vertrag bis Sommer 2009) tritt zurück — so ist die offizielle Lesart. "Ich bin von der mangelnden professionellen Einstellung einiger Spieler maßlos enttäuscht. Mit diesem ungewöhnlichen Schritt will ich auch die Mannschaft in die besondere Verantwortung nehmen, alles dafür zu tun, damit der Traditionsverein die Klasse erhält", wird er auf der Internetseite des Clubs zitiert. In einem Nachholspiel treffen die "Blauen" heute Abend auf Jahn Regensburg.

Fakt ist aber auch, dass Schmitt nach der 1:5-Niederlage am Wochenende bei Union Berlin heftig in die Kritik geriet. Kam Schmitt einer Entlassung zuvor? Der 45-jährige Ex-Profi war gestern für den TV nicht erreichbar. Dafür gab Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum auf TV-Anfrage Auskunft: "Er hat am Montagabend die Gründe dargelegt, warum er glaubt, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen. Wir haben uns entschlossen, ihn nicht auf Gedeih und Verderb umzustimmen. Edgar Schmitt ist als Gentleman hier angetreten, er tritt auch als Gentleman ab."

Schmitt, einst auch Spieler beim FC Bitburg, FSV Salmrohr und Eintracht Trier, hatte Ende September 2008 das Kickers-Traineramt übernommen. Seine Bilanz mit den "Blauen", denen der kleinste Etat in der 3. Liga zugeschrieben wird: fünf Siege, acht Remis, zehn Niederlagen. Acht Spieltage vor Saisonende trennen das Team sieben Punkte vom ersten Nicht-Abstiegsplatz.