Der Senf, der Paul, das Ende

Vom Helden zum Deppen, zur Reizfigur, zum Ex-Trainer: So erging es Paul Linz seit der Winterpause beim 1. FC Magdeburg. Am Dienstag wurde der Trierer entlassen - für "Linze Paul" trotz einiger Niederlagen überraschend.

Magdeburg/Trier. (BP) Ein Zwei-Jahres-Plan endet manchmal schneller, als man denkt. "Wir haben uns innerhalb weniger Wochen weit von unserem Ziel entfernt und sehen nicht tatenlos zu, dass sich Resignation ausbreitet." Dieser Satz stammt von Volker Rehboldt, Präsident des Nord-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Die Konsequenz: Trainer Paul Linz wurde entlassen, neuer Coach ist Steffen Baumgart. "Die Entlassung kam für mich überraschend, auch wenn es zuletzt Kritik an der Mannschaft gegeben hatte", sagte Linz gestern dem TV: "So läuft das Geschäft eben."

Sein Vertrag beim 1. FC Magdeburg (derzeit Vierter mit zehn Punkten Rückstand auf Tabellenführer Kiel) läuft bis 2010, nun geht es um Abfindung und Vertragsauflösung. "Das machen andere" sagt Linz, der auf jeden Fall bis zum Sommer in Magdeburg bleiben will. Bis zur Winterpause lag man voll auf Kurs, hatte 17 Spiele in Folge nicht verloren, war nur einen Punkt hinter Kiel. Danach gab es, so Linz, "einige unglückliche Unentschieden und Niederlagen". Der Zorn der Fans entlud sich nach dem 0:1 in Halle, als es Ausschreitungen gab. "Der erste Auslöser für meine Entlassung", meint Linz rückblickend. Das 0:3 gegen Wolfsburg II am Samstag brachte das Fass zum Überlaufen. Linz: "Beim Erfolg war alles super, die Fans spielten verrückt. Als es nicht lief, kam die Unruhe, und jeder durfte seinen Senf dazugeben. Aber das war in Magdeburg wohl schon immer so." Und seinen Zwei-Jahres-Plan mit dem Aufstieg in Liga drei bis 2010 muss nun ein anderer umsetzen.