Derby am Mittwoch - mittags

Nach langem Hin und Her steht der Termin für das Rheinlandpokal-Achtelfinale zwischen dem FSV Salmrohr und Eintracht Trier fest: Aschermittwoch, 14.30 Uhr. Vor allem der aus Amateuren bestehende FSV stört sich massiv am Mittagstermin.

(AF) Terminvorschläge haben alle Seiten gemacht. Salmrohr, Eintracht Trier, auch der Verband. Konsens? Fehlanzeige. Nun hat der Fußballverband entschieden: Das Derby soll am Mittwoch, 17. Februar, im Salmtalstadion ausgetragen werden. Bereits um 14.30 Uhr. Wegen des fehlenden Flutlichts im einstigen Zweitliga-Stadion. Das hat Herbert Kommer, für den Pokal zuständiger Spielleiter, gestern beiden Vereinen mitgeteilt. In einem Punkt sind sich Regionalligist Trier und Rheinlandligist Salmrohr einig: Ein Höhepunkt der Pokalrunde als Mittags-Kick an einem Wochentag? Das gehe nicht.

Keine freundliche Zeit für die Fans


Friedhelm Rach, sportlicher Leiter des FSV Salmrohr, bezeichnet die Terminwahl wahlweise als "abenteuerlich" oder "katastrophal": "Wir sind eine reine Amateurmannschaft. Wie sollen wir da an einem Mittwochmittag eine Mannschaft zusammenbekommen?", sagt er. Die unter Profibedingungen trainierenden Trierer haben in dieser Hinsicht weniger Probleme. Aber auch bei der Eintracht ist man vom Termin nicht begeistert: "Das ist eine sehr Fan-unfreundliche Ansetzung. So kommen deutlich weniger Zuschauer als bei einem Abendspiel im Moselstadion", sagt Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs.

Die Spielansetzung erwies sich als extrem schwierig, zog sich über Wochen hin. Die Gründe dafür: Salmrohr hat als unterklassiger Verein Heimrecht, kann aber wegen des fehlenden Flutlichts nicht abends spielen. Eine Austragung des Spiels auf dem (beleuchteten) Salmrohrer Kunstrasen lehnt die Polizei aus Sicherheitsgründen ab. Auf einen Wochenend-Termin konnten sich beide Clubs nicht einigen. Und der Trie rer Vorschlag, die Partie im Moselstadion auszutragen, ist für Salmrohr laut Rach jenseits jeder Diskussion. Rach nennt eine Alternative, die er erst im Team und - bei Zustimmung - mit dem Verband diskutieren will. Ein Abendspiel an Aschermittwoch - zur Not auch ohne Zuschauer: "Wir könnten uns ein ‚Geisterspiel' auf dem Kunstrasen vorstellen." Dann würde der FSV zumindest eine Mannschaft zusammenbekommen. Für Jacobs ist dieser Vorschlag absurd: "Dem würden wir niemals zustimmen. Das zeigt schon, wie einige beim FSV ticken. Die würden lieber ganz ohne Zuschauer auf dem Kunstrasen spielen als vor einer schönen Kulisse im Moselstadion."

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