Die Eintracht fährt zweigleisig

Das Etatloch bei Eintracht Trier hat sich verkleinert, geschlossen ist es aber noch nicht. Auch nach dem Sponsorenabend fehlen noch rund 100 000 Euro, um die Lücke zu stopfen. Das macht die Planungen für das Budget der kommenden Saison nicht einfacher.

Bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier wird in diesen Wochen eifrig gerechnet. Bis zum 1. März muss der Verein seine Lizenzierungsunterlagen für die dritte Liga abgeben, bis zum 1. April jene für die nächste Regionalliga-Saison.

Die Eintracht plant zweigleisig. "Einen Etat für die dritte Liga aufzustellen, fällt uns leichter, weil dort das Fernsehgeld höher ist", sagt Eintracht-Vorstandsmitglied Harry Thiele. 750 000 Euro aus der Fernseh-Vermarktung können laut Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs eingestellt werden.

Läuft es gut, könnte der Etat für die erste Mannschaft in der dritten Liga auf geschätzte 1,7 Millionen Euro steigen. In der aktuellen Regionalliga-Saison beträgt er etwa 850 000 Euro. Gestemmt werden müssten in der dritten Liga aber auch höhere Ausgaben — etwa wegen steigender Personal- und Schiedsrichterkosten, steigender Beiträge zur Berufsgenossenschaft und teurerer Auswärtsfahrten.

In der Regionalliga gibt es nur 90 000 Euro Fernsehgeld pro Saison. Thiele: "Für die vierte Liga tun wir uns mit der Etatplanung noch schwer. Es ist nicht einfach. Ich kann nicht sagen, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist."

Aktuell muss der Verein daran arbeiten, das Etatloch der laufenden Spielzeit zu schließen. Es beträgt laut Thiele derzeit noch 100 000 Euro. Damit ist es etwa um die Hälfte geschrumpft. Dafür gesorgt hätten Zusagen von Sponsoren, die ihr Engagement erhöhen (bringt insgesamt rund 50 000 Euro) sowie der Verkauf von gesonderten Heimspielpaketen im Zuge des Sponsorenabends (rund 70 000 Euro).

Nach Angaben der Vereinsspitze belasten die drei Winter-Transfers das Budget der Saison 2010/11 nicht. Fahrudin Kuduzovic kam als Ersatz für den am Kreuzband operierten Tolgay Asma, dessen Gehalt derzeit die Berufsgenossenschaft übernimmt. Ahmet Kulabas wird von einer "Unternehmerpersönlichkeit" (Thiele) finanziert. Jeremy Karikari hat nach TV-Informationen lediglich einen (gering dotierten) Amateurvertrag.

Extra

Berger nicht mehr Gast im Aufsichtsrat: Der Unternehmer Michael Berger arbeitet nicht mehr als Gast im Eintracht-Aufsichtsrat mit. Der Lizenznehmer mehrerer Burger-King-Filialen beklagt Eitelkeiten und sagt, auf seine Mitarbeit sei seitens der Vereins- und Aufsichtsratsspitze kein Wert mehr gelegt worden. Eintracht-Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi hingegen sagt, Berger habe aus eigenem Antrieb die Mitarbeit aufgegeben. Damit scheue er davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Geplant gewesen sei, dass sich Berger bei der nächsten Mitgliederversammlung als Kandidat für einen festen Sitz im Aufsichtsrat zur Wahl stellt. Im Sommer 2010 hatte Berger als Speerspitze einer Gruppe mehrerer Unternehmer seine Hilfe angeboten. Karikari kommt später: Eintracht-Neuzugang Jeremy Karikari wird später als geplant ins Eintracht-Training einsteigen. Nach eigener Aussage wird sich der 23-Jährige heute einer schon länger im Raum stehenden Nasenscheidewand-Operation unterziehen. Wegen einer Erkältung habe man den Eingriff verschieben müssen. Die Eintracht erwartet den Defensivspieler Ende der Woche zurück. Somit ist sehr fraglich, ob Karikari am Samstag im Testspiel gegen den FSV Frankfurt II (14 Uhr, Moselstadion-Gelände) mitwirken kann. (bl)

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